Opel-Übernahme
Magna prüft „alle Optionen“

Mit dem österreichisch-kanadischen Magna-Konzern hat einer der größten Automobilzulieferer der Welt ein Auge auf Opel geworfen. Der Konzern will sich von den großen Konzernen unabhängiger machen und mit einer eigenen Fahrzeugproduktion aufwarten. Genau hier kommt der Rüsselsheimer Opel-Konzern ins Spiel.

WIEN/FRANKFURT. Knapp 75 000 Beschäftigte erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 25 Mrd US-Dollar. Die Krise hatte sich bereits Ende 2008 in den Büchern niedergeschlagen, binnen Jahresfrist fiel der operative Gewinn von 1,2 Mrd. Dollar auf gerade noch 300 Mio. Dollar.

Magna besteht im Wesentlichen aus zwei Konzernteilen - einem nordamerikanischen und einem europäischen mit Schwerpunkt auf Österreich. In den USA ist Magna klassischer Zulieferer für die großen Autohersteller, allen voran General Motors (GM) und Chrysler. Geschätzte zwölf Prozent des Magna-Geschäfts entfallen nach Angaben des US-Researchhauses Connexiti auf Chrysler, was die finanzielle Beweglichkeit von Magna bei einer Pleite des Autoherstellers einschränken könnte. In Nordamerika, also USA und Kanada zusammen, kommt Magna derzeit auf ungefähr 40 000 Beschäftigte.

In Europa mit knapp 30 000 Mitarbeitern hat Magna eine andere Struktur - und mit seinen österreichischen Produktionsstätten auch andere Schwerpunkte. In der Alpenrepublik ist das Unternehmen nicht nur klassischer Zulieferer, sondern baut auch Autos. So lassen beispielsweise BMW und Chrysler Fahrzeuge für den europäischen Markt bei Magna produzieren. Diese Sparte ist allerdings durch die Krise geschwächt. Bei Magna in Graz beispielsweise, wo das Unternehmen den Chrysler-Minivan Voyager von den Bändern laufen lässt, wird wegen zu geringer Auftragszahlen schon seit Oktober kurzgearbeitet. Die Fabrik ist dort nur zu einem Drittel ausgelastet.

An dieser Stelle setzt nun eine mögliche Übernahme von Opel an. "Magna hat schon länger Pläne in der Schublade, sich als Hersteller von den großen Konzernen unabhängiger zu machen", sagt ein Vertrauter von Magna-Unternehmenschef Siegfried Wolf. Magna setze auf mehr Selbstständigkeit, deshalb die Überlegungen für den Ausbau der eigenen Fahrzeugproduktion. Opel könnte ein Einstieg sein, Magna zu einem großen Automobilhersteller zu machen. Langfristig könnte es sogar dazu kommen, dass die großen Konzerne überhaupt nicht mehr selbst produzieren, sondern alle Fahrzeuge von Zulieferern wie Magna produzieren lassen. Mit den Opel-Werken wären die Austro-Kanadier dann einer der größeren Spieler bei einer solchen kompletten Auslagerung.

Bestätigungen für die Übernahmepläne von Opel gibt es von Magna nicht. Siegfried Wolf und Konzerngründer Frank Stronach sagten allerdings in Wien vor Journalisten, dass das Unternehmen "alle Optionen" prüfe. Stronach stammt aus der Steiermark und war Ende der 50er-Jahre nach Kanada ausgewandert, wo er Magna gründete.

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