Opel und Buick
Deutsch-amerikanisches Doppel

Unter dem Logo der US-Schwestermarke Buick könnten die Opel-Modelle Adam und Cascada bald auch in China und den USA verkauft werden. Für die Rüsselsheimer ist die Kooperation vorteilhaft, aber unberechenbar.
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DüsseldorfWenn man in Rüsselsheim zuletzt Richtung Amerika schaute, dann meist mit einer gehörigen Portion Skepsis. Denn die Nachrichten von Mutterkonzern General Motors verhießen selten Gutes. Meist stand eine neue Sparrunde an oder ein neues Modell des Mutterkonzerns machte Opel auf dem Heimatmarkt Konkurrenz. Nun haben die Managern aus Detroit eine neue Strategie für Opel ausgegeben. Die Marke soll künftig enger mit dem GM-Tochter Buick zusammenarbeiten. Zwei neue Plattformen sind geplant, weitere gemeinsame Modelle sollen folgen.

Öffentlich wird Opel-Chef Karl-Thomas Neumann nicht müde zu betonen, dass beide Marken sich „regional sehr gut ergänzen“. Doch das Machtgefälle zwischen Opel und Buick fällt ins Auge: Ob USA oder China - wo die Märkte wachsen, ist Buick präsent und damit wesentlich globaler aufgestellt. Unter eigenem Namen darf Opel seine Modelle dagegen weiterhin nur auf den stagnierenden europäischen Markt verkaufen.

Und die Lage in Europa bleibt derzeit düster. Der Marktanteil der Rüsselsheimer in Europa ist mittlerweile unter sieben Prozent gesunken. Nach insgesamt 18 Milliarden Dollar Verlust in Europa, schnürte GM im Februar auch eine Allianz mit dem französischen Autobauer PSA (Peugeot/Citroën). Inwieweit die Kooperationen mit PSA mit der Zusammenarbeit mit Buick kompatibel ist, bleibt offen.

Erste Details über die künftige Zusammenarbeit mit Buick nähren Spekulationen über Opels Rolle im Konzern. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll die Entwicklungsabteilung von Opel und Buick bei der Entwicklung der Mittelklasse-Limousinen auf zwei Zentren verteilt werden. Während die grundlegende Fahrzeugentwicklung in der Buick-Zentrale in Warren, Michigan stattfindet, würde das Design und detaillierte Konstruktion in Rüsselsheim angesiedelt. In der „Frankfurt Allgemeinen Zeitung“ mutmaßte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center of Automotive Research, zuletzt sogar, dass Opel am Ende der Schwestermarke „untergeordnet werden könnte“.

Auch eine Personalie macht die engere Verzahnung von Buick und Opel auch personell deutlich: Die neue Marketing-Managerin für Europa, Tina Müller, ist nicht nur für Opel, sondern auch für Buick zuständig. Sie soll die Außendarstellung der Partner koordinieren.

Für Opel-Chef Neumann ist die Kooperation eine Chance, über die Schwestermarke auch in den Auslandsmärkten zu punkten - auch wenn die Stückzahlen von Cascada und Adam im Ausland zunächst klein ausfallen dürften. Denn ein Kompakt-Geländewagen auf Basis des Astra und ein Wagen oberhalb des Insignia fehlt bisher im Opel-Portfolio. Die Zusammenarbeit mit Buick soll vor allem die Entwicklungskosten beider Unternehmen senken.

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Zwei neue Plattformen

Kommentare zu " Opel und Buick: Deutsch-amerikanisches Doppel"

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  • Ich kann nur mit Verwunderung immer wieder feststellen, wie relativ negativ jedwede Entwicklungen bei GM/Opel kommentiert wird. Ich sehe die Sache wie Forumsbesucher LesGrossmann: Die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Buick und Opel ist zunächst einmal ein sinnvoller Schritt um Symbiosemöglichkeiten mehr und besser zu nutzen als es bisher der Fall war. Es ist eine gute Chance für Opel, unter dem Buick-Label mehr Autos in China (nur als Beispiel) zu verkaufen als es bisher möglich war, da die Zeit fehlt um Opel dort bekannter zu machen. Buick hat dort schon einen guten Namen und entsprechend viele Verkaufsniederlassungen, einen Adam oder Cascada könnte ich mir sehr gut als Buicks vorstellen und das wäre schonmal ein guter Anfang für die Traditionsmarke.
    Forumsbenutzer hafnersp möchte ich gerne noch sagen, das fast alle großen Konzerne Firmennetzwerke zur "Steueroptimierung" nutzen, z.B. auch, und das wird hier bei uns in Deutschland nicht gerne gehört, "unser" VW-Konzern (um bei den Autoherstellern zu bleiben). Bevor wir also mit dem Finger auf "die bösen Amis" zeigen, sollten wir zuerst vor unserer eigenen Türe kehren.

    P.S.: Übrigens wäre das mal die Recherche für einen netten Artikel wert, wertes Handelsblatt. Unsere Deutschen Firmen sind bei weitem nicht so "sauber" wie man es gerne hätte. Statt jeder noch so kleinen Meldung zu Opel einen Negativhauch zu verpassen wäre ein solcher Artikel mal "wirklich heiss".

  • @LesGrossmann: Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Einige Passagen waren tatsächlich missverständlich bis irreführend formuliert. Ich habe habe die entsprechenden Passagen korrigiert.
    Was den Vorwurf betrifft, dass Opel Buick "untergeordnet" werden könnte: das ist nicht meine Einschätzung, sondern die von Prof. Dudenhöffer.

    Beste Grüße
    Lukas Bay

    P.S.: Über meine Englischkenntnisse müssen Sie sich keine Sorgen machen.

  • Wieder einmal Handelsblatt: Ungenügend, setzen!
    Der Redakteur scheint des Englischen nicht mächtig zu sein, sonst hätte er den Reutersbericht nicht so interpretiert.

    Opel wird nicht Buick untergeordnet, es ist vielmehr so, dass Opel und Buick auf Augenhöhe kooperieren. Der Schwerpunkt liegt allerdings ganz klar in Rüsselsheim bei Opel. Daher wurde auch Mark Adams aus den USA wieder nach Deutschland geholt um von hier aus das globale Opel/Buick-Design zu verantworten. Opels neuer Marketingvorstand, Tina Müller, ist ebenfalls für Buick verantwortlich!

    Opel investiert einen 3-stelligen Millionenbetrag in sein Entwicklungszentrum und stellt 350 neue Ingenieure ein. Wäre es so wie in diesem Bericht dargestellt, müsste Opel seine Entwicklungskapazitäten massiv abbauen.

    Das gesamte amerikanische Buick-Portfolio basiert, bis auf eine Ausnahme, auf Opel-Entwicklungen, in China ist es mit Abstrichen ähnlich.
    Bei Opel wird die im Bericht genannte Delta-Plattform entwickelt, nicht in den USA. Auf dieser Plattform werden die neuen Generationen der Astrafamilie, Antara und Cascada stehen einschließlich der Äquivalente für Buick.
    Buick übernimmt dafür die Entwicklung der Epsilon-Plattform, auf der dann der neue Insignia stehen wird. Allerdings werden alle Modelle für den jeweiligen Markt vor Ort an die jeweiligen Anforderungen angepasst. D.h. der Insignia steht zwar auf der in den USA entwickelten Epsilonplattform, wird aber letztlich in Rüsselsheim "redesigned" um für Europa "fertig"entwickelt.

    Daneben besteht für das Kleinwagen- und Vansegment eine Kooperation mit Peugeot, aus der dann unter anderem der neue Adam und ein Schwestermodell entstehen, welche wiederum von Buick genutzt werden sollen.

    Im Übrigen verkaufen Buick und Opel gloabl gesehen in etwa gleich viele Fahrzeuge, bis jettzt. Es gibt also nach Verkaufszahlen keinen Vorteil für Buick. Dudenhöffer hat leider, wie so oft, keine Ahnung und lebt in seiner eigenen (Anti-Opel-)Welt.

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