Opel und Peugeot Eine Allianz der Abgehängten

Ob Übernahme oder Partnerschaft – Peugeot und Opel werden bald eng verbunden sein. Beide Autobauer fahren der Konkurrenz in Europa bisher nur hinterher. Die Zweifel wachsen, dass eine Allianz das ändern würde.
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Der US-Autobauer GM will sein Europageschäft nach jahrelangen Verlusten an Peugeot verkaufen. Quelle: AFP
Peugeot und Opel

Der US-Autobauer GM will sein Europageschäft nach jahrelangen Verlusten an Peugeot verkaufen.

(Foto: AFP)

Hamburg/BerlinDie vor einer engen Liaison stehenden Autobauer Opel und Peugeot sind zu Jahresanfang beim Absatz langsamer gewachsen als die Konkurrenz. Während Europas Platzhirsch Volkswagen im Januar bei den Neuzulassungen um zehn Prozent wuchs und die italienische Fiat-Gruppe sogar um 15 Prozent zulegte, kam Opel mit der britischen Schwester Vauxhall nur auf ein Plus von fünf Prozent, wie aus Daten des europäischen Herstellerverbandes Acea hervorging. Die französische PSA-Gruppe mit den Marken Peugeot, Citroën und DS steigerte den Absatz um knapp sieben Prozent.

Zusammen kamen Opel und PSA auf einen Marktanteil von 16,7 Prozent. Sie lagen damit deutlich vor dem französischen Rivalen Renault mit einem Anteil von gut neun Prozent. Mit Abstand an der Spitze hielt sich Volkswagen, dessen Marktanteil trotz des Dieselskandals bei 24,1 Prozent stabil blieb. Insgesamt legte der europäische Automarkt im Januar um zehn Prozent auf rund 1,2 Millionen Fahrzeuge zu.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroën loten nach eigenen Angaben verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus. Der Verkauf des GM-Europageschäfts mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gilt dabei nach Handelsblatt-Informationen als die bevorzugte Lösung.

Peugeot würde seine Stellung in Europa bei einem Zusammenschluss mit Opel deutlich ausbauen und den Lokalrivalen Renault abhängen. In der Opel-Belegschaft steigt unterdessen die Sorge vor einem weiteren Personalabbau. Bislang sind jedoch keine Details des geplanten Zusammenschlusses bekannt. GM-Chefin Mary Barra, hatte erst am Mittwoch beim Opel-Management in Rüsselsheim für ihre Pläne geworben.

Branchenexperten sind skeptisch, ob eine Fusion den beiden Autobauern wirklich helfen würde. Die Hersteller haben ein ähnliches Markenportfolio, beide sind vor allem bei Klein- und Mittelklassewagen stark – also im vergleichsweise renditeschwachen „Massengeschäft“. Und sie sind ausschließlich (Opel) oder vorwiegend (PSA) in Europa aktiv. Der europäische Markt gilt aber als weitgehend gesättigt und gleichzeitig hart umkämpft. „Wenn sich zwei Lahme zusammentun, wird kein Gesunder daraus“, sagte ein Analyst am Dienstag. Der Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer sagte: „Eins und Eins ergibt in diesem Fall nicht zwei, sondern eineinhalb.“

„Wir sind die Letzten, die sowas mitbekommen.“

„Wir sind die Letzten, die sowas mitbekommen.“

PSA könnte im Vergleich zu Wettbewerbern wie dem VW-Konzern oder der Renault-Gruppe aber deutlich an Masse zulegen – und dadurch Kosten bei Forschung und Entwicklung sowie beim Einkauf sparen, wie etwa NordLB-Analyst Frank Schwope sagte. Aber eigentlich hat PSA-Chef Carlos Tavares den globalen Markt im Blick, für den Opel nicht viel mitbringt. „Peugeot hat dann drei Marken unter einem Dach, die sich gegenseitig das Wasser abgraben“, sagte Schwope.

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen. Opel hat in Deutschland Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. Am Freitag wollen Betriebsrat und IG Metall die Belegschaften der drei Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach informieren.

Machnig soll zentraler Ansprechpartner werden
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13 Kommentare zu "Opel und Peugeot: Eine Allianz der Abgehängten"

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  • Ja, Herr MArk Hoffmann, Trump ist wirklich sehr präsent. Aber passen Sie auf: bald sind Sie genauso präsent wie er, wenn Sie hier unter jeden Artikel ihre Jubelarien für ihn und seinen Kumpel Putin schreiben.

    Noch mal eine Frage: Was genau haben Sie eigentlich gegen Merkel? Dafür, dass Sie tausendmal ihren Rücktritt fordern, vergessen Sie in letzter Zeit irgendwie, dafür auch einen Grund zu nennen. Und wer wäre Ihnen lieber als Kanzler? Oder wünschen Sie sich einfach nur einen völligen Zusammenbruch des Systems? Knarre kaufen und die Lebensmittel selbst jagen? Oder vielleicht ein irgendwie gearteter Religions-Staat? Oder einfach nur Putin, Putin, Putin - mit ein bisschen Breitbart TV? Big Bullshit total?

  • Ich verstehe einfach nicht, warum die Fusion von Opel mit Peugeot hier derart viele "Merkel muss weg"-Kommentare mit sich bringt. Kann mir Herr Hoffmann dies mal bitte erklären?

    Bisher hat die wirtschaftsfreundliche Politik der CDU dazu beigetragen, dass die deutsche Automobilindustrie weltweit führend ist. Sogar Putin fährt dienstlich einen Mercedes. Dies wirft übrigens ein durchaus trauriges Licht auf die russische Automobilproduktion, die sich kaum noch gegen die Konkurrenz behaupten kann.Warum das Thema zu Merkel-feindlichen, und tendenziell Russland freundlichen Kommentaren führt, ist mir (als deutschem Normalbürger) schleierhaft.

  • Warum sollte das nicht funktionieren im hochgelobten vw Konzern bieten auch drei Marken im wesentlichen das selbe an und auch noch extrem überteuert also es wird Zeit das vw ordentlich Konkurrenz bekommt und bei den Zulassungszahlen in Deutschland waren sie letztes Jahr von der Kernmarke volkswagen rückläufig

  • Warum sollte das nicht funktionieren im hochgelobten vw Konzern bieten auch drei Marken im wesentlichen das selbe an und auch noch extrem überteuert also es wird Zeit das vw ordentlich Konkurrenz bekommt und bei den Zulassungszahlen in Deutschland waren sie letztes Jahr von der Kernmarke volkswagen rückläufig

  • Sehr richtig Herr Hooffman

    momentan sehe ich ebenfalls keine Person im politischen berlin, welche dieses Land als High tec und Industriestandort in eine Zukunft führen kann, denn es wird
    Atomkraft vorzeitig abgeschaltet wohingegen andere Länder wie z.B. Frankreich neue Meiler bauen und dadurch Strom nach Deutschland liefern, die Kosten für Arbeitsplätze durch Lohnnebenkosten und ständig neue Auflagen immer weiter steigen, die Konzerne wie EADS Lufthansa Volkswagen etc pp nur noch mit Leiharbeitern produzieren dürfen und das dank Gerhard Schröder zeitlich unbegrenzt, sich Personen zu hundertausenden in deutschland aufhalten, die eigentlich gar keine genehmgung dafür haben augrund von Schlamperei bei behörden jedoch weiter in deutschland bleiben müssen, hier werden gesetzte nicht eingehalten, ständig sinkende rentenniveaus ( Männer 1200, Frauen 940 als Durchschnitt!!!!!) , Arbeiten bis 67 oder gar 70, konkursreife Städte und Gemeinden wie z.B. Bremen mit sage und schreibe 20 Milliarden Schulden, geringe Geburtenraten in Deutschland was sich auf Leiharbeit, mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarktes usw zurückführen lässt, jede menge Parallelgesellschaften und rechtsfreie Räume in den Ballungsgebieten hier vor allem Berlin (Cottbusser Tor Drogenumschlagsplatz), Dortmund, Oberhausen, Duisburg, Hamburg Veddel, Bremen Walle usw, mit steigenden Kriminalitätsraten und sozialen Problemen ohne Ende wo die Polizei nicht mehr in der Lage ist für Sicherheit seiner Bürger zu sorgen. Mit dieser Politik ist folglich keine Zukunft zu gestalten

  • Herr Hofmann, Danke
    Die einzige Alternative wäre für mich persönlich, nicht mehr zur Wahl zu gehen; aber dafür bin ich zu sehr Patriot (-ein Wort, das man bei uns schon nicht mehr in den Mund nehmen sollte).

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  Sie sind ganz offensichtlich nicht in der Lage die einfachsten Zusammenhänge der aktuellen Tagespolitik zu begreifen- über die katastrophale in Lage in Russland aufgrund eines Emporkömmlings und EX KGB Chefs namens Putin, welcher die Ostukraine illegal annektieren möchte kommen wir doch erst später zu sprechen-und das in Russland keine Farhzeuge auf Weltniveau gefertigt werden war doch schon zu Zeiten der sog "DDR" mehr als bekannt also schon mindestens 25 bis 30 Jahre her.
    Versuchen sie also sich einfach auf das aktuell und momentan dargebotene Tagesgeschehen zu konzentrieren, wahrzunehmen und die Inhalte in einfacher Form klarer und wenn möglich mit deutlichem Bezug darauf schriftlich zu formulieren, auch wenn es nicht leicht fallen sollte. Danke!

  • @Hans Send
    Bis zu dem Tag als die Merkel Union (CDU und CSU) sich auf Basis eines ETHIKRAT aus der Hochtechnologie Kernkraft verabschiedet hat, war ich CSU Wähler. In dem moment wo die Merkel ihre Willkürpolitik als Alternantivlos erklärt hat, war ich schon kein CSU wähler mehr. Es kann nicht sein, dass eine Kanzlerin über die Köpfe hinweg ein Politik des Macht Egoismues betreibt und dabei unseren Industrie, Hochtechnologie und Wissenschaftstandort Deutschland zum Abschuss freigibt.
    Und diese Seehofer CSU nichts besseres zu tun hat, dieser marktfeindlichen und volksfeindlichen Merkel Trulla noch in den Hinter kriecht bzw. den Löwen raushängen lässt um dann als Bettvorleger vor Merkel zu landen.
    Seit 2013 wird somit die AfD von mir unterstützt. In der Hoffnung, dass die CSU eines Tages (ohne Seehofer) wieder zur Vernunft und alten Stärke zurückfindet.

  • @Tomas Maidan
    Schauen Sie mal, was momentan in der US Politik so abgeht...
    Zitat von Timothy Cama https://www.eike-klima-energie.eu/2017/02/15/wie-trump-und-der-us-kongress-daran-arbeiten-obamas-klima-agenda-rueckgaengig-zu-machen/

    Präsident Trump und der von den Republikanern beherrschte Kongress arbeiten daran, Präsident Obamas Maßnahmen bzgl. Klimawandel rückgängig zu machen. Sie unterstreichen damit etwas, das zu einer erheblichen Veränderung der Politik führen kann, welche die ganze Welt betrifft.
    Zwar ist es erst drei Wochen her, dass Trump ins Amt eingeführt worden ist, doch hat der Präsident während dieser Zeit bereits die beiden Pipelines Keystone XL sowie Dakota Access genehmigt, welche von Obama blockiert worden waren, teils wegen Bedenken, wie diese zum Klimawandel beitragen würden.
    Trump ist mittels eines Ausführungs-Dekrets gegen andere Vorschriften vorgegangen, während das Weiße Haus vier Maßnahmen unter dem Congressional Review Act zugestimmt hatte, um Vorschriften bzgl. Energie aus der Obama-Ära zu annullieren. Zwei dieser Maßnahmen fanden auch schon die Zustimmung des Senats.
    Energie hat sich als ein Bereich entpuppt, in welchem Trump und die Republikaner im Kongress absolut einer Meinung sind, und ihre Maßnahmen haben Energie-Unternehmen und Klimawandel-Aktivisten gleichermaßen signalisiert, dass Trump und die Kongress-Republikaner es ernst meinen damit, eine komplette Änderung des Umgangs der USA mit großen politischen Fragen bzgl. globaler Erwärmung vorzunehmen.
    „Ich denke, dass wir großartig begonnen haben“, sagte Senator Steve Daines von den Republikanern aus Montana und Mitglied des Energy and Natural Resources Committee des US-Senats, der sich fortwährend darüber beklagt hatte, dass Obama versucht hat, die Entwicklung von Kohle, Erdgas und Öl zu behindern wegen Bedenken hinsichtlich Klimawandels. „Die Verschiebung geht in Richtung einer Energiepolitik, die dem gesunden Menschenverstand folgt. Die Energiepolitik von Präsident Obama machte...

  • Herr Hofmann und Herr Schnitzler,
    als ehemaliger CSU Wähler muss ich Ihnen notgedrungen recht geben. Mit dieser Union fahren wir in Europa, insbesondere aber die bisher konservativen Deutschen in die Sackgasse. Frau Merkel wird es uns letztlich aber danken, wenn sie in Rente geschickt wird und mir ist es dabei nun wirklich wurscht, wer ihr "den Stuhl wegzieht". Auch die Linke wär mir dafür ein geeigneter "Totengräber" (auch wenn ich dafür meine lebenslange konservative Haltung verleugnen würde). Für diese Regierung habe ich nur noch Abscheu übrig!

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