Opel und Peugeot
Gewerkschaften wollen künftig gemeinsam kämpfen

Die Gewerkschaften der beiden angeschlagenen Autobauer wollen sich künftig stärker abstimmen. Im Vordergrund steht der Erhalt der Jobs. Tausende Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel, so der Metallarbeiterbund.
  • 0

HamburgDie Gewerkschaften bei Opel und Peugeot machen Front gegen einen von ihnen befürchteten massiven Stellenbau bei den beiden angeschlagenen Autobauern. In einer am Mittwoch im Anschluss an ein Treffen in Brüssel verbreiteten Erklärung des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB) kündigten die Arbeitnehmervertreter an, sich über die Unternehmensgrenzen hinweg abzustimmen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Belegschaften gegeneinander ausgespielt werden. Mit dem gleichen Argument hatten bereits die Betriebsräte aller europäischen Opel- und Vauxhall-Werke eine engere Koordinierung vereinbart.

Der Metallarbeiterbund forderte die GM-Tochter Opel und Peugeot auf, ihre Pläne bezüglich Standorten sowie der Produktions- und Beschäftigungsentwicklung offenzulegen und mit den Arbeitnehmern abzustimmen. Beide Unternehmen befänden sich in einer „prekären wirtschaftlichen Lage“. Tausende Arbeitsplätze, nicht nur in Europa, sondern global stünden auf dem Spiel. Durch die von GM und Peugeot beschlossene Allianz erhöhten sich die Risiken für die Arbeitnehmer in beiden Unternehmen. Die Firmen kämen ihren Informationspflichten gegenüber den Betriebsräten und Gewerkschaften nicht nach.

Opel wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher sagte, es handele sich um eine Allianz zwischen der Konzernmutter und PSA Peugeot Citroen. Über gemeinsame Projekte werde gerade erst gesprochen. Daher sei es zu früh, über Ergebnisse zu reden.

Die Arbeitnehmer betonten, dass sie nicht an einer Eskalation interessiert seien. Sie seien jedoch entschlossen, „aktiv für den Erhalt der europäischen Arbeitsplätze zu kämpfen und diese zukunftssicher zu machen“. Dazu seien „umfassende Informationen sowie eine konstruktive Zusammenarbeit notwendig“, hieß es in der Erklärung.

Die amerikanische Opel-Mutter GM hat sich mit Peugeot verbündet, um ihr Europageschäft in die Gewinnzone zu führen. Derzeit spricht die Unternehmensleitung mit den Arbeitnehmervertretungen über Einsparungen. Dabei geht es Arbeitnehmerkreisen zufolge auch um Werksschließungen. Peugeot hat bereits ein Sparprogramm aufgelegt und erwägt ebenfalls, Fabriken dichtzumachen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Opel und Peugeot: Gewerkschaften wollen künftig gemeinsam kämpfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%