Opel-Verkauf: Es droht der "Erinnerungseffekt"

Opel-Verkauf
Totalschaden für den Imagewandel?

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Es droht der "Erinnerungseffekt"

Opel sei auf einem guten Weg gewesen, habe vor allem einen Teil der alten Stammkundschaft reaktiviert. Bei der anstehenden Automesse in Genf im März hätte Opel beweisen können, dass der Autobauer seine Werbeversprechen auch technisch einhalten kann. Der neue Insignia, sagt Weßner, habe dazu das Potenzial. Daraus wird wohl nichts: „Was jetzt in Rüsselsheim passiert, kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt“, sagt Weßner.

Während Opels Werbekampagnen Erfolg um Erfolg feierten, konnte Firmenchef Neumann das Ergebnis des Autobauers nie in die Gewinnzone treiben. Seit 17 Jahren macht die Traditionsmarke Verlust, im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut rund 257 Millionen Dollar. Zu spät setzten sie in Rüsselsheim auf Geländewagen, zu lange hielten sie an alten Geschäftsmodellen fest. Erst ab 2018 rechne er mit schwarzen Zahlen, musste Neumann zuletzt eingestehen. Dem Mutterkonzern General Motors dauert das offenbar zu lange.

Christian Hoffmann, Professor für Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig, befürchtet, dass mit Opel nun das passiert, was er „Erinnerungseffekt“ nennt. All die negativen Assoziationen, all die fiesen Witze, all die schlechten Schlagzeilen – all das könnte in den Gedächtnissen der Kunden jetzt wieder hochkommen. „Das Verlierer-Image könnte schnell wieder da sein“, sagt Hoffmann.

Hinzu käme der Ausstrahlungseffekt des potenziellen Käufers. Die französische PSA Gruppe, die unter anderem die Marken Citroën und Peugeot führt, verhandelt über den Kauf. „Die Deutschen sind aber tendenziell skeptisch, wenn es um französische Autos geht“, sagt Hoffmann. „Der Verkauf Opels an den PSA-Konzern wäre sicherlich ein Rückschlag für Opels Ruf.“

Hoffmann kann sich nur wenige Szenarien vorstellen, in denen die Marke Opel unbeschadet aus dem derzeitigen Chaos heraus kommt. Eine wäre, dass der PSA-Konzern den möglichen Kauf Opels als absoluten Wunsch darstellt. „Man könnte als PSA-Gruppe sagen: Opel hat sich so toll entwickelt, das ist eine Marke, die wir unbedingt im Portfolio haben müssen“, erklärt er. „Das wäre auf jeden Fall besser als die Lesart: Opel wird wie eine heiße Kartoffel von einem Eigentümer zum nächsten geschoben.“

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  • Hallo Fr. Lebedova...Opel wurde in den 1920er Jahren an GM verkauft. Damals war Opel eine rein Deutsche Marke. Gem. des zugrunde liegenden Artikels verdient Opel kein Geld. Handelt es sich bei den 1,8% Rendite um den EBIT, EBITDA??

  • Hätte Opel ein weltweites Vertriebsnetz ... wäre deren Rendite höher als die miesen 1.8% der Marke VW. GM hat Opel nur für den europäischen Markt übernommen. Beim Verkauf an GM hat die CDU seinerzeit kläglich versagt!!!

  • Opel hat sich traditionell als Deutsche Marke analog VW empfunden. Von aussen wurden die Autos mit Massenware analog Peogeot, Hyundai, empfunden.

    Damit hat Opel Kosten die vom Kunden nicht honoriert werden.

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