Opel-Verkauf
Mitarbeiter von Gaz atmen auf

Der technologisch weit abgeschlagene russische Autobauer verbindet mit dem Verkauf von Opel an Magna und der daraus resultierenden baldigen Liason mit den Rüsselsheimern große Hoffnungen für die eigene Zukunft. Dabei hat gerade Gaz, kontrolliert vom Oligarchen Oleg Deripaska, gemeinsam mit Magna schon enorme Anstrengungen zur Modernisierung der veralteten Produktpalette unternommen - letztlich aber vor allem Geld verbrannt.

MOSKAU. Die Aktie von Gaz legte am Tag nach der Entscheidung einen Kurssprung hin. Die Papiere des in Nischni Nowgorod ansässigen Autobauers stiegen an der Moskauer RTS-Börse am Freitag um 26 Prozent auf 24 Dollar, nachdem die Notierung am Vortag bereits um knapp 19 Prozent geklettert war.

Aber auch vielen Arbeitern an den Bändern des russischen Autoherstellers Gaz in Nischnij Nowgorod fiel gestern ein Stein vom Herzen. Zwar sind für sie seit Monaten Kurzarbeit, Massenentlassungen und Lohnkürzungen traurige Realität. Aber zuletzt sah es auch noch so aus, dass aus der großen Hoffnung, der Partnerschaft mit Opel, auch nichts mehr wird. Diese Sorge ist jetzt nach der überraschenden Wendung im Autopoker vom Tisch: Unter der industriellen Führung von Magna, finanziert von der russischen Sberbank und europäischen Steuergeldern, soll es nun doch noch die Ehe mit den Rüsselsheimern geben.

Wer soll hier wen retten? Das fragen sich Experten in Moskau seit jenem Tag, als der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna mit dem russischen Autokonzern Gaz ins Rennen um Opel ging. Denn die traditionellen russischen Autohersteller Gaz (Wolga) oder auch Avtovaz (Lada) liegen im Vergleich zur westlichen Konkurrenz technologisch Generationen zurück - und verkaufen sich auch immer schlechter. Im August lagen die Gesamtverkaufszahlen von Pkw und leichten Transportfahrzeugen in Russland 54 Prozent unter dem Vorjahresniveau, berichtet die Association of European Business.

Hinzu kommt: Die russischen Marken brachen deutlich stärker ein als ihre ausländischen Konkurrenten: "Der Automarkt bleibt in einem Abwärtssog", schreiben die Analysten der russischen Bank Troika Dialog.

Dabei hat gerade Gaz, kontrolliert vom Oligarchen Oleg Deripaska, gemeinsam mit Magna schon enorme Anstrengungen zur Modernisierung der veralteten Produktpalette unternommen - letztlich aber vor allem Geld verbrannt. Wie bei dem Versuch, die Sowjetmarke "Wolga" mit der Adaption eines Chrysler-Auslaufmodells wiederzubeleben. Der Wolga "Siber" entpuppt sich als echter Ladenhüter.

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