Opel-Verkauf
Sberbank erwägt Klage gegen General Motors

Nachdem die Sberbank Opel nicht gemeinsam mit Magna übernehmen darf, prüft das größte russische Geldhaus nun, General Motors zu verklagen. Derweil nutzte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Regierungserklärung, um den Opel-Eigentümer GM hart anzugreifen.
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HB BERLIN/MOSKAU/RÜSSELSHEIM. Nach dem Platzen der Opel-Übernahme schließt Russlands größtes Geldhaus Sberbank Rechtsmittel gegen die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) nicht aus. „Wir verhandeln mit GM und hoffen, dass der Streit außergerichtlich beigelegt wird“, sagte Sberbank-Chef German Gref am Dienstag. „Im Notfall werden wir unsere Position im Gericht verteidigen“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Der GM-Konzern habe die Änderung seiner Position nicht plausibel erläutern können. Zum Inhalt der Forderungen an GM machte Gref keine Angaben.

Am 3. November hatte der GM-Verwaltungsrat den Verkauf von 55 Prozent der Opel-Anteile an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank überraschend abgeblasen. Die Entscheidung löste Empörung bei der Bundesregierung und den Gewerkschaften aus. Es wird erwartet, dass GM noch in dieser Woche dem Kabinett einen Sanierungsplan für Opel vorlegt.

Derweil hat Angela Merkel (CDU) den Opel- Mutterkonzern General Motors (GM) scharf kritisiert und ein überzeugendes Sanierungskonzept gefordert. GM sei über Monate nicht in der Lage gewesen, „seiner Verantwortung als Mutterkonzern gerecht zu werden“, sagte Merkel am Dienstag in ihrer Regierungserklärung im Bundestag.

Merkel machte dem US-Konzern klar, dass der deutsche Steuerzahler nicht die Hauptlast der Opel-Sanierung bezahlen werde. GM müsse den Hauptanteil aus eigenen Mitteln tragen, sagte die Kanzlerin. Bund und Länder seien aber grundsätzlich bereit, Hilfen zu prüfen.

Die Opel-Beschäftigten hätten große Opfer gebracht und von GM Verlässlichkeit erwartet: „Sie wurden tief enttäuscht.“ Merkel machte keinen Hehl daraus, dass auch sie persönlich sich vom GM-Management getäuscht fühlt. Die Absage an den strategischen Investor Magna bedauere sie außerordentlich.

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  • i hope that the USSR get GMS, but the Germans most likely cave in due to the american shrud business behavier if not to say dirty tricks, for which they still too naive to uderstand. The only alternative is the old testament approach.

  • Herr Franz fordert nun von der Wettbewerbskommissarin, genau das zu Verhindern, was er 6 Monate lang mithilfe der Politik selbst versucht hat: Mit Staatsgeld die Arbeitsplätze im eigenen Land auf Kosten der in den anderen Ländern zu sichern. Legitim als interessensvertreter dieser Arbeitsplätze, aber in der Argumentation an Heuchelei nicht zu überbieten. So wird das nichts mit der internationale...

  • "in der neuen Situation müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass Mitgliedsländer Staatshilfen anböten, um Arbeitsplätze in ihren Ländern zu sichern..." - außer Deutschland, oder wie hat Herr Franz das gemeint? Und aus welchem Grund sollten Regierungen sonst Staatshilfen anbieten??? Wer klärt mich auf?

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