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Opels Zukunft: Opel-Technik könnte nach Russland wandern

Aus Russland kommen für Opel nicht nur gute Nachrichten. Ganz im Gegenteil. Möglicherweise könnte nach dem Einstieg von russischen Partnern bei dem deutschen Autobauer Opel-Hochtechnologie nach Russland abwandern - damit rechnet zumindest der Chef des russischen Unternehmerverbandes. Und nicht nur damit.

Ein Insignia von Opel in der Produktion. Quelle: dpa
Ein Insignia von Opel in der Produktion. Quelle: dpa

HB BERLIN. Mit dem geplanten Einstieg russischer Partner beim angeschlagenen deutschen Autobauer Opel soll nach Einschätzung des Chefs des russischen Unternehmensverbandes, Alexander Schochin, Opel-Technologie nach Russland geholt werden. "Insgesamt geht es natürlich um den Versuch, das Opel-Kompetenzzentrum nach Russland zu verlagern oder es gemeinsam in einer russisch-deutschen Kooperation zu betreiben, um zu vermeiden, dass es weiterhin beim Import von Hochtechnologie bleibt", sagte der Chef-Lobbyist und ehemalige Wirtschaftsminister im Gespräch mit der Tageszeitung "Welt".

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Schochin ließ aber offen, ob dieses Modell Erfolg versprechend sei. Beim größten russischen Autobauer Avtovaz habe es nicht geklappt, moderne Autos in Russland zu entwickeln. "Mal sehen, ob es bei Magna und Opel funktioniert." Wichtiger als Opel sei für Russland aber der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer Magna, der zusammen mit dem russischen Autobauer GAZ und der staatlichen Sberbank die Übernahme von Opel plant. "Magna ist für uns wichtiger als Opel, denn alle einheimischen Autoproduzenten leiden unter dem Mangel an guten Zulieferern", sagte Schochin, der auch im Aufsichtsrat des Ölkonzerns TNK-BP sitzt.

Unterdessen berichtete der "Spiegel" am Wochenende, das Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank wollte zunächst nur 100 Mio. Euro an Eigenkapital für die Opel-Rettung aufbringen. Die vorläufige Vereinbarung mit der Bundesregierung und der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) sieht vor, dass Magna künftig 20 Prozent an Opel hält und die russischen Partner 35 Prozent bekommen. GM soll mit 35 Prozent an Opel beteiligt bleiben und weitere zehn Prozent wollen die Händler und Mitarbeiter übernehmen.

Bislang hatte es geheißen, die beiden Partner engagierten sich mit 500 Mio. Euro. 400 Mio. stellen Magna und Sberbank demnach nur als zinsloses Darlehen zur Verfügung, für das sie sich Sicherheiten einräumen ließen. Erst in den nächsten Jahren soll der Kredit schrittweise in Eigenkapital umgewandelt werden. Ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der hessischen Landesregierung hält das Magna-Konzept für risikoreich. "Die Annahmen erscheinen optimistisch, die kostenbezogenen Ergebnisverbesserungen sind anspruchsvoll", heißt es dort.

Die Sberbank zumindest hält ihren geplanten Einstieg bei Opel für "riskant", aber auch für eine große Chance, um die russische Autoindustrie zu modernisieren. Bankchef German Gref sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Letztlich sind wir und unsere Berater zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Deal ziemlich riskant ist, aber ein sehr großes Potenzial hat."

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