Operativ besser
Evotec hat an ENS-Übernahme schwer zu tragen

Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat im ersten Halbjahr bei steigenden Umsätzen seinen Verlust durch die Übernahme der Evotec Neuroscience (ENS) mehr als verdoppelt. Operativ habe sich die Lage allerdings verbessert, teilte das TecDax-Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit.

dpa-afx HAMBURG. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, so dass die Ziele für das Gesamtjahr erreicht werden sollten. Der Forschungsaufwand dürfte sich durch die Investitionen in die eigene Pharmaforschung weiter erhöhen. Die Aktie verlor bis zum Mittag 2,49 Prozent auf 2,74 Euro.

Durch einmalige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 18 Mill. Euro im Zusammenhang mit der Übernahme von ENS stieg der Fehlbetrag in den ersten sechs Monaten von 11,8 auf 28,1 Mill. Euro. Im Quartalsvergleich erhöhte er sich sogar von 5,57 auf 23,36 Mill. Euro. Vorstandschef Jörn Aldag sprach von einer "rein buchhalterischen Sache". Ausgenommen der Abschreibungen verringerte Evotec seinen Halbjahresverlust von 6,7 auf 4,9 Mill. Euro. ENS wird seit Ende Mai vollkonsolidiert. Der Bereich ist spezialisiert auf Arzneistoffe zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie etwa Alzheimer.

Der Umsatz legte auf Halbjahresbasis um 9,4 Prozent auf 43,28 Mill. Euro zu und im Quartalsvergleich um 8,5 Prozent auf 18,43 Mill. Euro. Der operative Verlust vor Abschreibungen verringerte sich in den ersten sechs Monaten um rund die Hälfte auf vier Mill. Euro. Laut Evotec trugen dazu eine günstigere Umsatzzusammensetzung sowie Kosteneinsparungen bei.

Sein Wachstum führte Evotec vor allem auf sein Servicegeschäft zurück. In den ersten sechs Monaten des Jahres zog der Umsatz in diesem Bereich um 18 Prozent auf 28,9 Mill. Euro an. Das Wachstum in der chemischen und pharmazeutischen Entwicklung war dem Unternehmen zufolge besonders stark. In der Arzneimittelformulierung (Propharma) konnte Evotec seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr verdoppeln.

Im Gesamtjahr will Evotec den Konzernumsatz um bis zu fünf Prozent steigern, das Servicegeschäft soll auf operativer Ebene vor Abschreibungen mindestens den Breakeven erreichen. Nach sechs Monaten lag das Ergebnis mit 0,1 Mill. Euro noch knapp im Minus. Optimistisch stimmt Evotec der Auftragsbestand, der per Juli 69 Mill. Euro beträgt.

Das Biotechunternehmen hatte angekündigt, mit der Übernahme von ENS die eigene Pharmaforschung- und Entwicklung mehr in den Mittelpunkt zu rücken. "Die Projekte laufen sehr gut", sagte Aldag. "Für den ersten Wirkstoff sollen die klinischen Studien am Menschen Ende 2005 beginnen."

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