Operativer Gewinn im Quartal gesteigert
Umbau bei Heidelberger Druck zeigt Früchte

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist immer noch der weltweit größte Hersteller von Druckmaschinen, obwohl sie ein Viertel des Umsatzes abgegeben hat: Das Traditionsunternehmen konzentriert sich nach dem schmerzhaften Verkauf der beiden großen Verlustbringer Zeitungs- und Digitaldruck auf das Stammgeschäft Bogendruckmaschinen.

HB HEIDELBERG. Die Auswirkungen des verlustreichen Ausflugs in angebliche Zukunftsbereiche lassen langsam nach. In den jetzt vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal des bis Ende März laufenden Geschäftsjahres sind erstmals keine Verluste aus den inzwischen abgestoßenen Bereichen mehr enthalten.

Der Vorstand rechnet wieder mit einem Umsatzanstieg für das laufende Jahr und erwartet ein verbessertes Ergebnis. Beim Cash flow habe Heideldruck bereits Werte wie in früheren, besseren Zeiten erreicht, sagte Finanzvorstand Herbert Meyer jetzt bei der Vorlage der Quartalszahlen. Die Ergebnismargen sind zwar noch weit von früheren goldenen Zeiten entfernt, doch sie verbessern sich immerhin von Quartal zu Quartal.

Heidelberg konzentriert sich jetzt auf das Geschäft im Bogenoffset, beliefert also viele Druckereien, die vor allem für die Werbeindustrie drucken. Spektakuläre Großaufträge wie sie Konkurrent Koenig & Bauer kürzlich mit einer Bestellung für große Zeitungsdruckmaschinen in England verkündete, werden künftig fehlen. Das hat auch seine Vorteile, denn gerade Großaufträge sind hart umkämpft und bieten häufig nur bescheidene Renditen. Heidelberg-Chef Bernhard Schreier muss jetzt auf das Massengeschäft setzen, wo die starke Traditionsmarke sicher eine Hilfe ist. „Die Kapazitätsauslastung in den Druckereien steigt“, berichtete er denn auch anlässlich der gestrigen Quartalszahlen.

Doch gerade im Inland läuft eine harte Marktbereinigung, in der viele mittelständische Druckereien aufgeben, die dann natürlich als Kunden ausfallen. Die größeren Druckereien warten offensichtlich noch mit Investitionen in neue Druckmaschinen, weil die Kapazität noch reicht oder die Konjunktur nicht so rosig eingeschätzt wird.

An der Börse wird die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen inzwischen als erfolgreiche Restrukturierung gehandelt. Die Aktie gehörte am Dienstag zu den Tagesgewinnern im M-Dax, wenn auch die Kurse aus den Boomzeiten längst noch nicht wieder erreicht sind. Viele Analysten bescheinigen dem Vorstand, auf dem richtigen Weg zu sein und zeigten sich über die vorgelegten Zahlen positiv überrascht.

Die Zeit der großen Schnitte ist bei Heidelberg sicher vorbei, in der Vergangenheit hat das Unternehmen durch Stellenstreichungen und Verkäufe über 6 000 Mitarbeiter abgebaut. Der Vorstand plant indessen schon wieder Expansionen. Die anstehende Eröffnung einer Fertigung in China könnte mit über den Erfolg in Asien entscheiden. Dieser Markt wird nicht nur für Heidelberg immer wichtiger.

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