Optik- und Elektronikspezialist
Carl Zeiss muss sparen

Der Optik- und Elektronikspezialist Carl Zeiss will im aktuellen Geschäftsjahr (bis 30. September) wegen eines deutlichen Nachfragerückgangs verstärkt Kosten sparen. Insgesamt sollen etwa durch Kurzarbeit bis zu 60 Mio. Euro eingespart werden.

mur/HB FRANKFURT/OBERKOCHEN. Der Technologiekonzern Carl Zeiss baut Arbeitsplätze ab. Von den Leiharbeitern werde man sich vollständig trennen, auch würden befristete Verträge nicht verlängert, sagte Finanzvorstand Michael Kaschke. „Insgesamt sinkt die Beschäftigtenzahl damit um einige Hundert.“

Das Unternehmen wird von der Krise der Chipbranche hart getroffen, im ersten Umsatz sank der Umsatz um 17 Prozent auf 601 Mio. Euro. Eine Erholung zeichnet sich nicht ab, daher legt der in Stiftungshand befindliche Konzern ein Sparprogramm auf. In diesem Jahr sollten 50 bis 60 Mio. Euro eingespart werden. „Das Programm ist nachhaltig angelegt“, sagte Kaschke.

Im ersten Halbjahr 2009 schickt das Unternehmen deshalb rund 1 300 Mitarbeiter in Kurzarbeit. In den nächsten Wochen sollen noch weitere 300 Mitarbeiter folgen. Betroffen ist vor allem die Halbleitersparte in Wetzlar, Oberkochen und Jena. Die Zahl der Zeitarbeiter ist bereits reduziert worden.

In den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres lagen die Erlöse mit 601 Mio. Euro 17 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang sank um 16 Prozent - vor allem im Bereich Halbleitertechnik und Industrielle Messtechnik. Es gebe kaum eine Nachfrage nach Fertigungstechnik, sagte Vorstandschef Dieter Kurz. Auch die Bestellungen aus der Automobilindustrie seien deutlich zurückgegangen.

Für die Zukunft sei das Unternehmen durch eine hohe Nettoliquidität und eine gute Eigenkapitalquote gut aufgestellt. "Wir werden aber das Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen können und das wird auch Auswirkungen auf das Ergebnis haben", sagte Kurz. Auch die Investitionen würden deutlich unter denen des vergangenen Jahres liegen, kündigte Kaschke an. In Forschung und Entwicklung investierte Zeiss im vergangenen Geschäftsjahr rund 321 Mio. Euro, in Produktionsanlagen rund 118 Mio. Euro.

Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete Carl Zeiss ein Umsatzplus von fünf Prozent auf rund 2,7 Mrd. Euro. Dabei erzielte das Unternehmen 84 Prozent der Erlöse außerhalb Deutschlands. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 13 Prozent auf 343 Mio. Euro. Der Auftragseingang ging um vier Prozent zurück. Der Jahresüberschuss belief sich auf 178 Mio. Euro nach 233 Mio. Euro im Vorjahr. Zeiss beschäftigt weltweit rund 13 000 Mitarbeiter, davon 8400 in Deutschland.

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