Optimismus derzeit nicht angemessen
VW-Finanzchef lässt keine Ausrede für Zielverfehlung gelten

Europas größter Autokonzern Volkswagen (VW) hält trotz der schlechten Marktlage an seinem Ziel einer Kapitalrendite von neun Prozent fest. Es komme darauf an, sich widrigen Bedingungen anzupassen, sagte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch der „Börsen-Zeitung“ laut einem in redaktioneller Fassung vorab veröffentlichten Interview.

HB FRANKFURT. „Wenn dieses schwierige Umfeld auch in drei Jahren noch vorherrscht, dann kann das keine Ausrede für eine fortbestehende Zielverfehlung mehr sein“, sagte Pötsch. Der Konzern stelle seine Ziele mit langfristiger Perspektive auf, die sich nicht nach der Marktlage ändere. Der Konzern habe noch Produktivitätsreserven. Sorgen mache sich VW über die anhaltende Schwäche des Dollar, die den Export in den Dollarraum erschwert, und den hohen Ölpreis.

Zum Ergebnisausblick des VW-Konzerns für 2005 sagte Pötsch, überschießender Optimismus sei derzeit nicht angemessen. Es sei aber auch zu früh, schon jetzt das Jahr abzuschreiben. Es sei klar, dass das VW-Management nicht von einer operativen Gewinnsteigerung um zehn oder 20 Millionen Euro ausgehe, sagte der Finanzchef. Anfang März hatte der Wolfsburger Autohersteller angekündigt, den Ertragsrückgang im laufenden Jahr stoppen zu wollen: „Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen des Jahres 2005 wird sich gegenüber 2004 verbessern - um wieviel, hängt von heute nicht prognostizierbaren externen Umständen ab.“ Für das erste Quartal hatte VW gewarnt, das operative Ergebnis werde nicht befriedigend ausfallen.

2004 hatte VW dank schneller Erfolge seines Sparprogramms „ForMotion“ besser abgeschnitten als befürchtet. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sackte zwar um zwölf Prozent auf 2,01 Milliarden Euro ab, blieb aber über der von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder gesenkten Prognose von 1,9 Milliarden Euro.

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