Optimistischer Ausblick
Boeing erwägt zweites Werk für Dreamliner

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing schließt grundsätzlich nicht aus, für sein Erfolgsmodell 787 eine zweite Endfertigung aufzubauen. Das hinge von der langfristigen Marktentwicklung ab. Doch das Unternehmen ist optimistisch, dass der positive Zyklus der Flugzeug-Branche noch eine Weile anhält.

ali PARIS. Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing schließt grundsätzlich nicht aus, für sein Erfolgsmodell 787 eine zweite Endfertigung aufzubauen. „Das hängt von der langfristigen Marktentwicklung ab, die wir beobachten“, sagte Scott Carson, Chef der Sparte ziviler Flugzeugbau von Boeing, am Sonntag in einem Pressegespräch. „Für die bisher eingegangenen Bestellungen reicht das bestehende Endfertigungswerk aus.“ Laut Boeing haben bislang 54 Kunden 584 Maschinen vom Typ 787 bestellt.

Bei Boeings 787 besteht der Rumpf vollständig aus Verbundwerkstoffen. Die Leichtbauweise reduziert signifikativ den Kerosin-Verbrauch, was für die Fluggesellschaften einen entscheidenden Kaufgrund darstellt. Mit dem Bau der 787 wagt Boeing ferner eine komplette Reorganisation seiner Produktion; so werden ganze Teilstücke des Karbon-Rumpfes im Ausland, etwa in Italien, gefertigt. Die erste Maschine soll am 8. Juli das Stammwerk in Seattle verlassen.

Carson relativierte Presseberichte, denen zufolge es Probleme mit den ersten von den Systempartnern angelieferten Flugzeugteilen gegeben hat: „Die Schwierigkeiten gehen nicht über das hinaus, was wir erwartet haben.“

Laut Carson wird der Erstflug der 787 aber wohl nicht Ende August, sondern erst Mitte September stattfinden. Auf die Frage, ob im Zeitplan noch Puffer seien, um neue Probleme abzufangen, sagte er: „Unser Zeitplan ist angemessen für Probleme, die gewöhnlicherweise bei solch einem Projekt anfallen.“ Er räumte indes ein, dass Boeing das Gewichtsproblem für die 787 noch nicht vollständig im Griff hat.

Carson begrüßte ausdrücklich die Initiative von Airbus-Chef Louis Gallois, dass die Aeronautik-Branche bei der Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid zusammenarbeiten soll. „Airbus und Boeing können zum Beispiel gemeinsam den Druck auf die Motorenlieferanten erhöhen, Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen“, schlug der Boeing-Manager vor. Er bezeichnete die Debatte um Kohlendioxid als ein Thema, dass die gesamte Branche bedroht. Kunden wie Easyjet machen öffentlich Druck, den Kohlendioxid-Ausstoß der Flugzeuge in absehbarer Zeit deutlich zu reduzieren.

Boeing ist optimistisch, dass der positive Zyklus der Flugzeug-Branche noch eine Weile anhält: „Denn bisher halten sich die großen, etablierten Spieler in den USA noch mit Bestellungen zurück.“ Laut Carson würde Boeing bereits erste Gespräche mit US-Fluggesellschaften, darunger Delta Air Lines, über eine Erneuerung der Flotte führen. Bis dato gingen bei Boeing in diesem Jahr 429 Bestellungen ein.

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