Optimistischer Ausblick
China macht Peugeot-Citroën neue Hoffnung

Der französische Autobauer Peugeot/Citroën kommt wieder in die Gänge. Das Geschäft in China läuft für PSA überraschend gut an, die Prognose für Europa wurde angehoben. Nun soll in Fernost investiert werden.
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ParisFür den französischen Autobauer Peugeot/Citroën (PSA) wächst nach Jahren der Tristesse wieder die Hoffnung, dass der Konzern wieder zurück in die Erfolgsspur kommt. Der Umsatz im dritten Quartal legte leicht auf 12,3 Milliarden Euro zu.

Mit 643.000 verkauften Fahrzeugen konnten die Franzosen im dritten Quartal rund 5,4 Prozent mehr Autos verkaufen als im Vorjahresquartal. Doch vor allem das neue Chinageschäft gibt Anlass zur Hoffnung: in China und Südostasien haben die Franzosen 44 Prozent mehr Autos verkauft. Grund dafür ist die Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng, der auch mit 14 Prozent an PSA beteiligt ist. Gemeinsam mit den Chinesen betreibt PSA drei Fabriken, eine vierte befindet sich im Bau.

Zuletzt hatte der französische Autobauer angekündigt, sein Geschäft in Asien stark auszubauen, vor allem in südasiatischen Ländern wie Malaysia, Indonesien und Vietnam. Die Automärkte außerhalb Chinas und Japans gelten auch bei anderen Anbietern als zukunftsträchtig, dort sind bisher vor allem japanische Hersteller wie Toyota und Suzuki stark.

Nach dem ersten Halbjahresgewinn seit drei Jahren dürfte das Unternehmen dieses Jahr auch einen positiven Cashflow vorlegen – zwei Jahre früher als geplant. Gegenüber Journalisten gegenüber kündigte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon an, er wäre „sehr enttäuscht“, wenn dieses Ziel nicht erreicht würde.

Selbst im Europageschäft stiegen die Verkäufe um sieben Prozent, allein in Frankreich ging es um um 8,7 Prozent nach oben. Die Wachstumsprognose für den Gesamtmarkt haben die Franzosen erhöht: Hier geht PSA nun von einem Wachstum zwischen 4 und 5 Prozent aus. Dagegen schwächelte der Absatz in Russland und Lateinamerika. Dort muss PSA auch seine Markprognosen nach unten korrigieren. In Lateinamerika erwarten die Franzosen nun einen Markteinbruch von 10 Prozent, in Russland gehen sie sogar von einem Rückgang der Verkäufe von 15 Prozent ein.

Auch bei der durchschnittlichen Auslastung der Werke, einem entscheidenden Faktor für die Profitabilität, können die Franzosen Fortschritte verkünden. Sie ist mittlerweile auf 83 Prozent gestiegen – im vergangenen Jahr hatte Sie noch bei knapp 72 Prozent gelegen. Damit sinken die Produktionskosten.

Damit das Wachstum auch profitabel ist, will Peugeot/Citroën die Modellpalette bis 2022 deutlich verkleinern. In acht Jahren soll die Zahl der Modelle von 45 auf 26 schrumpfen. Dabei konzentriert man sich vor allem auf Modelle, die eine hohe Rendite versprechen. Die Citroën-Linie DS soll dafür zur eigenen Premiummarke aufgebaut werden. Bei den Verkäufen gehören vor allem der Peugeot 308 und der Citroën C4 Picasso zu den Bestsellern.

Auch  die Investoren geben sich optimistisch, dass Peugeot der Turnaround gelingen könnte. Die Aktie legte zum 2,9 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht damit unter dem Strich ein Plus von 23 Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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