Oracle
In der Kauf-Falle

Larry Ellison will die Nummer eins sein, persönlich wie beruflich. Mit aller Macht und prallen Kassen ist der Oracle-Chef seit 2005 auf eine in der Branche einmalige Einkaufstour gegangen. Ellison will den Marktführer SAP vom Thron stoßen. Doch der US-Software-Riese droht in die Kauf-Falle zu laufen.

FRANKFURT. Ob es nun um das Segeln, den persönlichen Reichtum oder so profane Dinge wie den Verkauf von Datenbank-Software oder Unternehmens-Programmen geht, der Chef des US-Software-Riesen Oracle legt allerhöchsten Wert auf den Spitzenplatz.

Erst vor kurzem verwies er genüsslich auf eine Erhebung der Marktforscher von Gartner, wonach Oracle in einem wichtigen Datenbank-Bereich mit einem Weltmarktanteil von 47 Prozent den Erzrivalen IBM (21 Prozent) geradezu deklassiert hat. Ähnliche Erfolge will der ehrgeizige Manager bald auch bei der Unternehmens-Software verkünden können. Mit aller Macht und prallen Kassen ist Ellison seit 2005 auf eine in der Branche einmalige Einkaufstour gegangen. 25 Milliarden Dollar steckte er in 30 Übernahmen und will so den Marktführer SAP vom Thron stoßen.

Noch ist der Abstand zum deutschen Rivalen immens. Oracle kommt in dem stark fragmentierten ERP-Markt – so der Fachbegriff für dieses Geschäft – auf einen Anteil von etwa 15 Prozent, SAP erreicht dagegen 26 Prozent. Doch schon heute wirbelt Ellison die Branche kräftig durcheinander, und keiner sollte den leidenschaftlichen Kampfflieger unterschätzen.

Zwar mag die Strategie des wegen seiner markigen Sprüche umstrittenen IT-Managers an einen blinden Kaufrausch erinnern, doch der Eindruck trügt. Ellison geht gezielt und analytisch vor. Ob PeopleSoft, Siebel oder etwa Hyperion – der Oracle-Boss angelt sich stets Marktführer in der Nische.

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