Ordentliche Bilanz 2005
Sektkellerei Henkell legt zum 150. zu

Zum 150. Geburtstag der Stammmarke steht die Sektkellerei Henkell & Söhnlein gut da. Die Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr lag aber nicht zuletzt an Zukäufen.

HB WIESBADEN. Das zur Oetker-Gruppe gehörende Unternehmen habe 2005 seinen Umsatz um 6,6 Prozent auf 505,3 Mill. Euro gesteigert, teilte Henkell & Söhnlein am Dienstag in Wiesbaden mit. Das Unternehmen, das auch Wein und Spirituosen vertreibt, verkaufte insgesamt 207 Mill. Flaschen alkoholische Getränke, darunter gut 135 Mill. Flaschen Sekt. Dies bedeutet 2 Prozent mehr Absatz, bei Sekt sogar 4,5 Prozent mehr in einem schrumpfenden Gesamtmarkt. Nach Verbandsangaben wurde in Deutschland im vergangenen Jahr 1 Prozent weniger Sekt konsumiert als im Vorjahr.

Der starke Zuwachs im vorigen Jahr sei auf den Kauf der Marken Kupferberg Gold (Sekt) und Scharlachberg Meisterbrand (Weinbrand) zurückzuführen, sagte Geschäftsführer Hans-Henning Wiegmann. Für 2006 kündigte er ein Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent an.

Zum Unternehmensgewinn macht Henkell traditionell keine Angaben. Das Ergebnis sei eines Jubiläums angemessen, sagte Wiegmann lediglich. Seine Firma habe finanziell den Rücken frei für weitere Akquisitionen im Kerngeschäft in Europa. Auch wenn es derzeit keine konkreten Pläne gebe, sei ein Engagement in Mittel- und Osteuropa dabei wahrscheinlicher, da in Westeuropa weniger Marktpotenzial bestehe und die Firmen dort zu teuer seien.

Die gute Entwicklung bei teureren Sektmarken und Spirituosen sorgte nach Wiegmanns Angaben dafür, dass der Umsatz stärker als der Absatz anzog. In diesem Jahr habe das Unternehmen erstmals seit 2004 die Preise erhöht. Auch im kommenden Jahr seien Preissteigerungen geplant. Trotz des Wachstums ging die Zahl der Beschäftigten um 80 auf gut 1 600 zurück. Zu den Henkell-Marken gehören unter anderem Fürst von Metternich, Henkell trocken, Deinhard und Wodka Gorbatschow.

Der Verband Deutscher Sektkellereien rechnet damit, dass der Sektdurst der Deutschen 2006 erstmals nach vier rückläufigen Jahren wieder steigt. „Sekt ist ein Konjunkturbarometer“, sagte Geschäftsführer Peter Müller. Wenn die Wirtschaft anspringe, gebe es mehr Anlässe dies zu feiern. Zudem könne die Fußball-Weltmeisterschaft den Sektabsatz nach oben treiben.

Im internationalen Vergleich werden die Deutschen zumindest im Sekttrinken in jedem Fall erneut Weltmeister. Von den rund 2 Mrd. weltweit jährlich hergestellten Flaschen leeren sie rund jede vierte, auch wenn pro Kopf der Sektverbrauch der Deutschen seit 1990 von mehr als 5 Litern auf zuletzt rund 3,8 Liter gesunken ist.

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