Ordentliche Bilanz 2006
Leoni enttäuscht mit Ausblick

Der Automobilzulieferer Leoni will nach einem Gewinnanstieg und dem erstmaligen Sprung über die Umsatzmarke von zwei Mrd. Euro die Dividende für 2006 anheben. Für 2007 rechnet Leoni zwar mit einem anziehenden Umsatz, aber einem rückläufigen Gewinn.

dpa-afx NÜRNBERG. Dieser Ausblick sorgte für herbe Enttäuschung am Markt. Die Leoni-Aktie verlor bis zum frühen Nachmittag 3,7 Prozent auf 29,86 Euro.

Wie das Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, soll für 2006 eine Dividende von 0,80 Euro pro Aktie zahlen. Für das Jahr 2005 hatte Leoni 0,57 Euro pro Anteil an die Aktionäre überwiesen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll hingegen auf 120 bis 125 Mill. Euro sinken. Dies sorgte für Ernüchterung unter Marktbeobachtern. "Wir hatten 149 Mill. Euro erwartet", sagte ein Händler. Equinet-Analyst Michael Schäfer nannte den Leoni-Ausblick "enttäuschend".

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen 2,1 Mrd. Euro umgesetzt und dabei ein Ebit von 130,2 Mill. Euro eingefahren. Der Umsatzanstieg resultierte zu 28 Prozent aus organischem Wachstum, jeweils 36 Prozent verdankten sich Zukäufen und dem gestiegenen Kupferpreis. 2008 sei mit einer ähnlichen Umsatzsteigerung wie 2007 und einem signifikanten Ergebnisanstieg zu rechnen. Auch in den nächsten Jahren gebe es großes Wachstumspotenzial. Vorrangiges Ziel sei es dabei, die Märkte in Asien und Amerika auszubauen sowie die Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu verringern, sagte Vorstandschef Klaus Probst am Mittwoch in Nürnberg.

Weitere Zukäufe sind nach Probsts Angaben vor allem im Bereich Draht & Kabel geplant. Hier wolle man in zukunftsorientierte Märkte außerhalb der Automobilindustrie expandieren, wie Kommunikations- und Investitionsg üterindustrie, Schienenverkehrstechnik, Luft- und Raumfahrt oder Medizintechnik. Die Sparte verbesserte ihren Umsatz im abgelaufenen Jahr wegen zweier größerer Zukäufe um 73 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro.

Im Bereich Bordnetz-Systeme habe man erfolgreich neue Kunden sowie weitere Projekte bei bestehenden Abnehmern gewonnen, sagte Bereichsvorstand Uwe H. Lamann. Leoni beliefert weltweit große Automobilhersteller. Auch das Geschäft mit der internationalen Nutzfahrzeug-Industrie und der Zulieferindustrie sei weiter ausgebaut worden. Wichtige Zukunftsmärkte lägen in China und Korea. Die Bordnetz-Sparte erhöhte die Erlöse um neun Prozent auf 954,2 Mill. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern erhöhte sich weltweit um knapp 2 500 auf 35 129. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 3 877 Menschen, ein Zuwachs um 179./

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%