Orgatec bleibt Trendbörse
Büromöbelhersteller rechnen wieder mit Plus

Die Hersteller von Büromöbeln in Deutschland verzeichnen nach Jahren des Abschwungs nun schon das zweite Jahr in Folge ein stabiles Plus. Die heimischen Hersteller produzierten 2005 Büromöbel im Wert von rund 1,7 Milliarden Euro.

DÜSSELDORF. „Nach dem Umsatzwachstum von fünf Prozent im vergangenen Jahr, rechnen wir auch 2006 mit einem ähnlichen Ergebnis“, sagt Thomas Jünger, Geschäftsführer des Verbandes Büro-, Sitz- und Objektmöbel (BSO), dem Handelsblatt. Hoffnungen auf einen um „sieben bis acht Prozent“ höheren Umsatz macht sich gar Friedrich W. Dauphin, geschäftsführender Gesellschafter der im oberfränkischen Offenhausen bei Nürnberg beheimateten Dauphin-Gruppe. Doch sucht der 68-jährige Unternehmensinhaber schon seit vielen Jahren seine Chancen im Ausland. Ein überdurchschnittlicher Exportanteil von 35 Prozent und zahlreiche Lizenznehmer und Auslandsvertretungen sorgen dafür, dass Dauphin rund die Hälfte seines Jahresumsatzes von zuletzt 117 Mill. Euro außerhalb der deutschen Grenzen erwirtschaftet. Mit über 50 Auslandsvertretungen ist die Dauphin-Gruppe einer der führenden Büromöbelhersteller in Europa.

„Auch die Inlandsbestellungen nehmen wieder zu“, berichtet Verbandsgeschäftsführer Jünger. Doch bleibe der Wachstumsmotor weiterhin der Export. Als eine der wichtigsten internationalen Leitmessen öffnet die Orgatec am kommenden Dienstag (24.10.) wieder in Köln ihre Pforten. Insgesamt werden fast 800 ausstellende Unternehmen aus rund 40 Ländern teilnehmen. Auf der Angebotsseite beträgt die Quote ausländischer Unternehmen etwa 60 Prozent. Auch von den rund 55 000 erwarteten Besuchern wird fast die Hälfte aus dem Ausland kommen.

„Deshalb bleibt die Orgatec für uns eine der wichtigsten internationalen Trendbörsen“, sagt Friedrich W. Dauphin, der die Messe vor allem als Plattform für die Kontakte zum mittelständisch geprägten Fachhandel nutzt.

Auch in diesem Jahr wartet die Dauphin-Gruppe wieder mit einer Aufsehen erregenden Innovation auf: Mit „Bionic“ präsentieren die Franken eine neue Generation „intelligenter“ Bürodrehstühle, die eine vollautomatische Rückenabstützung – ohne nachfolgende mechanische Korrektur – ermöglichen soll.

Wichtigstes Verkaufsargument aller Bürostuhlhersteller ist immer noch der aktive Gesundheitsschutz für den Arbeitnehmer durch optimal angepasste Büromöbel. Denn die betriebs- und volkswirtschaftlichen Schäden, die beispielsweise bandscheibenbedingte Fehlzeiten – insgesamt 86 Millionen jährliche Fehltage allein in Deutschland – verursachen sollen, gehen in die Milliarden-Euro-Höhe.

Mit „Bionic“ will Dauphin schon bald rund ein Viertel seiner Bürostuhlproduktion von rund 675 000 Stück jährlich abdecken.

Auf stetige Innovationen verlässt sich auch die Hund Büromöbel GmbH, ein typischer mittelständischer Hersteller aus Biberach in Baden. Unternehmensinhaber Hendrik Hund stellt auf der diesjährigen Orgatec das repräsentative Büroschrankprogramm „MQ“ vor, das vor allem in Chefetagen Verwendung finden könnte. Hund beobachtet inzwischen auch wieder eine Belebung der Nachfrage aus dem Inland.

Sorgen bereiten den Herstellern hingegen die stark gestiegenen Energiekosten sowie weitere Kostensteigerungen bei ihren Zulieferern.Verbandsgeschäftsführer Jünger prognostiziert deshalb Preissteigerungen von „zwei bis drei Prozent“ die die Produzenten gegenüber dem Handel noch in diesem Jahr durchsetzen wollen.

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