Osnabrücker Autozulieferer und Cabrio-Bauer
Karmann vor weiterem Stellenabbau

Der insolvente Autozulieferer und Cabrio-Bauer Karmann will offenbar weitere Stellen abbauen. Wie der Betriebsrat am Mittwoch mitteilte, sollen nach dem Willen der Geschäftsführung von den derzeit 1 979 Mitarbeitern 513 Beschäftigte gehen.

dpa MÜNCHEN. Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung soll unter anderem der Werkzeugbau mit bislang 245 Mitarbeitern geschlossen werden. Mit dem Insolvenzverwalterteam sei aber noch vergangenen Freitag ein Personalbestand von 164 Mitarbeitern in diesem Bereich erörtert worden, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Nach Informationen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ reagiert der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, auf eine gesetzliche Vorgabe, nach der das Unternehmen keine neuen Schulden machen darf. Ohne neue Verbindlichkeiten seien aber die Löhne nicht mehr zu zahlen.

Hermann hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, das Traditionsunternehmen retten zu können. Karmann hatte Anfang April wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen machte die weltweite Autokrise und die Sozialplankosten für die schwierige Situation verantwortlich. Karmann ist einerseits Zulieferer für die Autoindustrie, andererseits Auftragsfertiger. Zuletzt produzierte Karmann vor allem Cabrios für Volkswagen, Audi und Mercedes.

Auftragsfertiger fangen die Spitzen in der Autoindustrie ab. Besonders gerne ließen die großen Hersteller Nischenmodelle wie Cabrios oder Geländewagen bei ihren Zulieferern produzieren, da sich die Kleinserien in den Stammwerken nicht lohnten. Doch seitdem die großen Autohersteller immer flexibler produzieren, geraten auch die Auftragsfertiger unter Druck. Anders als der Opel-Investor Magna, der ebenfalls Autozulieferer und Auftragsfertiger ist, konnte Karmann seine Produktion zuletzt kaum noch auslasten. Im Februar lief das Audi A4 Cabrio aus, im Mai der Mercedes CLK. So hatte Karmann zu Beginn des Jahres bereits den Abbau von 1 300 Arbeitsplätzen im Fahrzeugbau angekündigt.

Eine Hoffnung besteht in der Produktion von Elektroautos. Im April stellte Karmann mehrere Prototypen einer Sportlimousine vor. Bis Oktober will der Oldenburger Energieversorger EWE sechs Prototypen bestellen. Das Auto soll eine Reichweite von 140 Kilometern haben und bis zu 150 Stundenkilometer schnell sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%