Osterloh zum Nachfolger von Volkert gewählt
VW-Konsensmodell gerät unter Beschuss

Der 48-jährige Bernd Osterloh ist in Mitten der Korruptionsaffäre beim VW-Konzern zum Vorsitzenden des Betriebsrates im Werk Wolfsburg gewählt worden. Unterdessen haben sein Vorgänger Klaus Volkert und Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz ihr Schweigen gebrochen.

HB HANNOVER. Jahrelang waren Volkert und Hartz zwei Säulen des „System VW“, welches sich durch den engen Zusammenhalt von Betriebsrat, Gewerkschaft und Vorstand auszeichnet. Zehntausende Arbeitsplätze konnten sie mit innovativen Tarifmodellen gemeinsam retten. Jetzt werden sie im Strudel der Schmiergeldaffäre um den Ex-Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster auch gemeinsam mitgerissen.

Der in der vorigen Woche überraschend zurückgetretene einflussreiche Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Volkert, und sein Partner in der Unternehmensspitze, Personalvorstand Peter Hartz meldeten sich am Dienstag nach tagelangem Schweigen erstmals zu Wort.

Zu ausufernd waren inzwischen offenbar die Spekulationen und Gerüchte um den Wolfsburger Autobauer geworden - und täglich wuchs die Gefahr eines immer größeren Imageschadens. Autoexperten wie Professor Ferdinand Dudenhoeffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen nannten den internen Schaden am Dienstag bereits „unermesslich“. Die Mitarbeiter seien tief enttäuscht.

Und obwohl die Belegschaft Volkert am vergangenen Donnerstag bei seiner Rücktrittserklärung auf der Betriebsversammlung noch mit anhaltendem Beifall für seinen Einsatz gedankt hatte, zeigten sich viele Anfang dieser Woche unzufrieden. Vor den Werkstoren in Wolfsburg kritisierten die Arbeiter jetzt die enge Verbindung zwischen Arbeitnehmervertretern und Unternehmensführung. Von „Schlipsträgern“, die sich kaum noch unterscheiden, war die Rede.

Sehr schwer sind die Vorwürfe, die Hartz und den Vorstand treffen. Sie veranlassten ihn, sein Schweigen seit den Anti-Hartz-Demos im vergangenen Sommer zu brechen. „Ich weise die Verunglimpfungen aufs Schärfste zurück“, sagte Hartz. Die Vermutung, dass das Unternehmen Betriebsräte gekauft haben solle, sei „absurd“. Niemand im Vorstand hätte solche Vorgänge gebilligt.

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