OSX ist pleite
Zweiter Batista-Konzern beantragt Insolvenz

Das Imperium des brasilianischen Milliardärs Eike Batista gerät weiter in Schieflage. Nach dem Insolvenz-Antrag seines Ölkonzerns sucht auch der Werftkonzern OSX Schutz vor den Gläubigern. Die Börse setzt den Handel aus.
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Rio de JaneiroKnapp zwei Wochen nach dem Antrag des brasilianischen Ölkonzerns OGX auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens hat eine zweite hoch verschuldete Firma des Unternehmers Eike Batista Gläubigerschutz beantragt. Es handelt sich um den ebenfalls zur EBX-Gruppe gehörenden Werftenkonzern OSX, der den Schritt am Montag in einer Pflichtmitteilung offiziell machte. Zugleich erklärte das Unternehmen die Auflösung einiger bestehender Verträge mit OGX über die Vermietung von Offshore-Ölplattformen.

OGX und OSX stehen wirtschaftlich in enger Verbindung. Der Öl-Konzern OGX ist schätzungsweise mit rund 5,1 Milliarden US-Dollar (3,7 Mrd. Euro) verschuldet. Das Schwesterunternehmen OSX steht nach Medienangaben mit über 4 Milliarden Reais (1,28 Mrd. Euro) bei Banken in der Kreide.

In der Mitteilung an die Bovespa-Börse in São Paulo teilte OSX mit, dass der Antrag mit „Dringlichkeit“ und dem Ziel gestellt werde, die „Werte des Unternehmens und die Interessen der Aktionäre, der Beschäftigten und der Gläubigern zu schützen“.

Der Antrag umfasst neben der Holding auch die Filialen „OSX Construção Naval S.A.“ und „OSX Serviços Operacionais Ltda“. Der Antrag zielt auf die im brasilianischen Insolvenzrecht vorgesehene Möglichkeit der gerichtlichen Sanierung („Recuperaçao judicial“), die dem Schuldner (OSX) maximal 180 Tage Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger gewährt.

Die Frist läuft vom Zeitpunkt der Eröffnung des Sanierungsverfahrens. Die Firma muss dann binnen 60 Tagen ein Rettungskonzept vorlegen, das von den Gläubigern gebilligt werden muss.

Die brasilianische Börse setzte den Handel von OSX-Aktien am Montag aus. Der Kurs des Papiers sackte seit ihrem Börsendebüt im März 2010 drastisch ein und lag am Montag bei 0,51 Reais. Damit verlor die Aktie seit 2010 - inklusive eines 2011 berücksichtigten Aktiensplits - nach Berechnungen der Zeitung „O Globo“ 98,4 Prozent ihres Wertes.

Eike Batista, Sohn des Ex-Bergbauministers Eliezer Batista, büßte seit Anfang 2012 fast sein gesamtes Vermögen von damals über 30 Milliarden US-Dollar ein. Es wird befürchtet, dass mit OGX und OSX die gesamte EBX-Gruppe ins Schlingern gerät.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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