
MÜNCHEN. Deutschlands bekannteste Outdoor-Marke könnte bald schon einen neuen Besitzer bekommen. Jack Wolfskin wird nach Informationen von mehreren mit den Vorgängen vertrauten Personen in Kürze zum Verkauf stehen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit befindet sich der in Deutschland führende Anbieter von Regenjacken und Wanderhosen im Besitz der Finanzinvestoren Quadriga Capital sowie der Private-Equity-Sparte von Barclays.
Mit der Suche nach einem Käufer für den Hersteller von Wanderschuhen und Campingausrüstung wurde nach Informationen aus zwei Quellen Morgan Stanley beauftragt. Jack Wolfskin ist auf Wachstumskurs: Dank höherer Nachfrage aus Europa und Asien stieg der Umsatz 2009 um 22 Prozent auf 251 Millionen Euro. Das Unternehmen aus Idstein teilte im Februar mit, dass es in Großbritannien und Italien weitere Geschäfte eröffnen werde. Gleichzeitig würden Expansionspläne für China und Korea fortgeführt. Seit dieser Woche weiß die Öffentlichkeit, dass Jack Wolfskin in der kommenden Spielzeit Sponsor des FC Liverpool ist.
Eine Unternehmenssprecherin wollte keine Stellung zu den Verkaufsplänen beziehen. Ein Vertreter von Quadriga lehnte einen Kommentar ebenso ab wie eine Sprecherin der Private-Equity-Sparte von Barclays in Deutschland. Als möglicher Käufer wird in der Branche schon seit längerem der Sportkonzern Adidas gehandelt.
Das Unternehmen versucht seit Jahren, im schnell wachsenden Outdoor-Markt Fuß zu fassen, und baut seine Produktpalette aus. Die Herzogenauracher wollen nach Auskunft von Outdoor-Chef Rolf Reinschmidt bis 2015 einer der führenden Anbieter auf diesem Feld werden. Ob die Marke mit den drei Steifen wirklich an Wolfskin Interesse hat, ist nicht bekannt. "Wir kommentieren keine Marktspekulation", sagte gestern eine Sprecherin.
Jack Wolfskin ist die Ausnahme in der Outdoor-Branche. Die meisten anderen Anbieter sind in Familienbesitz. Zu den führenden Marken gehören Schöffel, Vaude und Salewa. Weil sie sehr auf ihre Eigenständigkeit Wert legen und im Gegensatz zu Wolfskin nicht mit fremden Investoren zusammenarbeiten wollen, sind diese Mittelständler in den vorigen Jahren lange nicht so stark gewachsen wie ihr größter Konkurrent.
Es ist immer eine gute Verkaufszeit, die Marke in Phasen des Markenhöhepunktes zu veräußern. Danach kommt es nach einem mehr oder weniger langen Seitendrift zu einem weiteren Sprung ... oder zum Abrutsch. Maßgeblich ist es hier wohl von der kreativen Güte der Designer abhängig. Verlassen die Kreativköpfe bei einem Verkauf ebenfalls Wolfskin, wird es etwas schwierig.
Gerade bei Modeunternehmen ist das Gespür auf einer langen Wegstrecke sehr wichtig. Auch andere Marken sind wieder in einem Sich-wieder-Neu-Entdecken-Prozeß. Viele wollen in den Abenteuer-Trekking-Markt. Hinzu kommen die jungen Marken aus der Surf-Ski-und-Snowboard-Szene, die ebenfalls schnell wachsend sind und in der Qualität immer besser werden. Auch das nahezu alle (oder viele Hersteller) - ob billigware oder Premiummarkenware - in China zusammengeschneidert werden, irritiert das Feingefühl der Kunden. Markenidentität heißt auch nationale Markenwerte einfließen zu lassen und Produktionsanteile im Markenursprungsland auch fertigen zu lassen. Auch viele chinesische Hersteller "wurmt" es sicher, dass nur weil xyz draufsteht, mit solchen Gewinnmargen die Werke verlassen. Der Wunsch stärker hier mit höheren Renditen mitzuverdienen ... wird lauter ... und die Marken leider austauschbarer.
Es wird dadurch nicht einfacher. Aber es spornt auch an ... immer wieder ... besser zu werden.
Das wäre doch was für die taz ! Wenn alle Leser zusammenlegen könnte man Jack Wolfskin kaufen und hätte endlich kein Problem mehr wegen des Logos !
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