Outdoor-Branche
Wanderkleidung erobert die Büros

Während der warme Winter die Skihersteller in existenzielle Bedrängnis gebracht hat, jubelt die Outdoor-Branche. Denn das milde, aber regnerische Wetter dieses Jahr sorgt für glänzende Umsätze. Die Produzenten profitieren aber nicht nur vom schlechten Wetter, sondern auch vom Trend hin zu Freizeitkleidung.

FRIEDRICHSHAFEN. „Outdoor ist das Wachstumssegment Nummer eins“, sagt Klaus Jost, Chef der in Europa führenden Sporthändlervereinigung Intersport. Die Zahlen sprechen für sich. Die Umsätze der Intersport-Händler mit Wanderschuhen, Stöcken und Outdoor-Kleidung kletterten dieses Frühjahr um elf Prozent – gegen den Trend. Weil diesen Winter kaum Skiausrüstung verkauft wurde, gingen die Umsätze der Händler im ersten Halbjahr insgesamt leicht zurück.

Doch es ist nicht nur der Regen, der die Käufer dazu treibt, sich mit wasserdichten Jacken und festen Schuhen einzudecken. „Uns ist es gelungen, unsere Produkte im täglichen Leben zu verankern“, sagt Albrecht von Dewitz, Chef des schwäbischen Outdoor-Anbieters Vaude. Was früher nur Bergsteiger anzogen, wird heute auch zum Spaziergang im Park oder ins Büro getragen. Von Dewitz: „Wir sind modisch geworden. Das ist gut, weil dadurch Outdoor stärker akzeptiert wird.“

Der Aufschwung in der Branche zeigt sich auch auf der Fachmesse Outdoor, die am Donnerstag in Friedrichshafen am Bodensee begonnen hat. Zur weltweit führenden Ausstellung der Industrie kommen dieses Jahr 731 Unternehmen, das sind so viele wie noch nie und acht Prozent mehr als 2006. Die Messe geht zudem davon aus, dass es auch zu einem neuen Besucherrekord kommen wird.

Wie gut es derzeit läuft, zeigt ein Blick auf die einzelnen Anbieter. So verbuchte die Münchener Outdoor-Marke Salewa vergangenes Jahr ein Umsatzplus von neun Prozent auf 132 Mill. Euro. Der oberbayerische Wanderschuh-Hersteller Meindl konnte in den letzten Monaten gar nicht so viel liefern, wie die Händler bestellt haben. „Hochwertige Produkte sind mehr und mehr gefragt“, sagt Meindl-Chef Lukas Meindl.

Im Rest Europas legt die Branche allerdings nicht ganz so stark zu wie in Deutschland. Der Branchenverband European Outdoor Group (EOG) rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus von rund drei Prozent. Im vergangenen Jahr ging in Westeuropa Outdoor-Ausrüstung für rund 5,5 Mrd. Euro über die Ladentheken, ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2005. Die Branche ist zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend in den nächsten Jahren anhält. „Die ganz großen Wachstumsraten werden wir sicher nicht halten können. Aber wir haben gute Chancen, wenn wir uns einem breiten Publikum weiter öffnen“, sagt Vaude-Eigentümer von Dewitz. Wie das gehen könnte, zeigt auf der Outdoor-Messe das Familienunternehmen Schöffel. Der Spezialist für Wander- und Skikleidung bringt erstmals ein Kleid auf den Markt. Damit wollen die Schwaben beweisen, dass sich Funktion und Mode vereinen lassen. Das Kleid ist für Frauen auf Reisen und leichten Wanderungen geeignet.

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