Outsourcing beendet
Philips holt Produktion aus China in die Niederlande zurück

Ist Outsourcing in Zeiten der Krise out? Die vermeintliche Kostenersparnis rechnet sich für den Elektroartikelhersteller Philips nicht mehr. Das Unternehmen zieht seine Rasiererproduktion aus China ab.
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Die Mitarbeiter im niederländischen Philips-Werk in Drachten rechneten mit dem Schlimmsten. Sie waren auf Entlassungen gefasst. Doch der Werksleiter überraschte sie mit der Nachricht, das Unternehmen wolle in das mit 2.000 Mitarbeitern besetzte Werk in Drachten investieren - und die Produktion seiner im obersten Preissegment angesiedelten elektrischen Rasierer aus China abziehen und nach Hause holen.

Rob Karsmakers ist seit 2009 für das Werk verantwortlich. Zuvor hatte er vier Jahre lang für Philips in Asien gearbeitet. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sagte er: „Ein Produktingenieur ist in Shanghai inzwischen genauso teuer wie in Drachten. Aber in China ist die Personalfluktuation höher. Das ist nicht tragfähig.“

Insgesamt 14.000 Menschen beschäftigt Philips in den Niederlanden. Das Land mit der fünftgrößten Wirtschaft der Eurozone hat seine Bemühungen verstärkt, sich neben Deutschland als Industriemacht zu positionieren.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Outsourcing beendet: Philips holt Produktion aus China in die Niederlande zurück"

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  • Man sollte wirklich zwischen Informationen für das
    dumme Stimmvieh (ARD, ZDF;.. BILD-Spiegel) und den Daten unterscheiden, die Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen sind.

    Die Entscheidung von Phillips ist weder mutig noch etwas Besonderes.
    Wenn die Fertigung in den Hoch-Lohnländern unter dem Strich günstiger ist, als in (ehemaligen-) Low-Cost Ländern, wird verlagert. Berücksichtigt wird hierbei einfach nur die Vollkosten-Berechnung.

    So einfach ist das.

  • Mit "mutig" meine ich, dass es oft nicht einfach ist, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, das es wirtschaftlicher ist, die Fertigung aus China wieder zurückzuverlagern. Es wurde viele Jahre ja gebetsmühlenartig gepredigt, dass es für deutsche Unternehmen unerlässlich ist, die Vorteile der Billiglohnländer zu nutzen. Es haben schon viele mit großem Trara ihre Fertigung nach China verlagert und sind irgendwann still und leise wieder zurückgekehrt. Wer in 2010 Platinen in Deutschland eingekauft hat, weiß, dass einige große deutsche Unternehmen nun wieder "zuhause" bei fähigen Lieferanten ihre Aufträge platziert haben. Von wegen China, das gelobte Einkäuferland. Schönen Gruß an all die Einkaufsmanager und Seminar-Gurus...

  • Stimmt:

    - D ist sehr gut, wenn es um unternehmerische- und Ingenieur-Leistungen geht
    - CN ist arbeitsam und willig als Untergebener (der Betrieb ist meine Welt)
    - RUS verfügt über viel Rohstoffe

    Zusammen ergibt sich schon ein netter Schuh daraus.

    Wozu brauchen wir dann noch die Angelsachsen?

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