Pahrmahandel
Schwaches Pfund belastest Celesio-Ergebnis

Das schwache Pfund hat beim größten europäischen Pharmagroßhändler Celesio im ersten Quartal die Gewinne schrumpfen lassen. Auch das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten schwächelt.

HB STUTTGART. Eine geringere Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten sowie ein schwaches britisches Pfund haben wie erwartet Spuren beim Pharmahändler Celesio hinterlassen. Der operative Gewinn und der Umsatz gingen im ersten Jahresviertel 2009 zurück. Der Konzerngewinn stieg hingegen leicht.

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet die mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehörende Gesellschaft weiterhin einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) unter dem Vorjahreswert. Ohne negative Effekte sollte das Ergebnis jedoch die Höhe des Vorjahres erreichen. Unter anderem geht Celesio von neuen staatlichen Maßnahmen aus, die das Ergebnis in einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten könnten.

Trotz weltweiter Rezession zeigte sich Celesio-Chef Fritz Oesterle dennoch zuversichtlich für sein Unternehmen. „Eine Wachstumschance von vielen ist für uns die mögliche Liberalisierung weiterer Apothekenmärkte“, schrieb er am Donnerstag in einem Brief an seine Aktionäre.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird am kommenden Dienstag (19. Mai) sein Urteil zum deutschen Apothekenmarkt verkünden. Bislang dürfen in Deutschland nur Pharmazeuten mit Kammerzulassung Apotheken betreiben und maximal drei Filialen besitzen. Mit der Tochter DocMorris ist Celesio für einen möglichen Fall des sogenannten „Fremdbesitzverbotes“ gut gerüstet.

Die Börse honorierte den bestätigten Ausblick: Die Aktie sprang im Vormittagshandel bei einem etwas festeren Gesamtmarkt um 5,29 Prozent auf 18,50 Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von Januar bis März um 3,6 Prozent auf 144,5 Mio. Euro. Die Erlöse gingen um 2,7 Prozent auf 5,117 Mrd. Euro zurück. Ohne Währungseffekte wären sie jedoch um 2,2 Prozent und das EBITDA um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Der Konzerngewinn stieg hingegen um 0,8 Prozent auf 58 Mio. Euro. Während Celesio bei den Ergebniszahlen die Schätzungen der Analysten übertraf, verfehlte das Unternehmen die Umsatzprognose. Bereits bei der Hauptversammlung vor einer Woche stimmte Oesterle die Aktionäre auf ein schwächeres Quartal ein.

Umsatzeinbußen mussten die Stuttgarter in allen drei Sparten hinnehmen. Mit Apotheken setzte Celesio 5,7 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Während das Geschäft mit Präsenzapotheken in Großbritannien und Norwegen wachsen konnte, entwickelte es sich in Italien und in den Niederlanden rückläufig. Die Erlöse sanken im Großhandel um 2,1 Prozent. Dabei sei ein Nachlassen der Rabattschlacht in Deutschland zu beobachten, hieß es. In Frankreich hingegen habe ein verschärfter Wettbewerb belastet. Die kleinste Celesio-Sparte mit Dienstleistungen für die Pharmaindustrie setzte 1,9 Prozent weniger um. Zum Jahresanfang hatte Celesio seine Geschäfte neu gebündelt.

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