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Pannen: Wie Rückrufe die Autobauer belasten

Weltweit haben die Autohersteller ein Qualitätsproblem: Kostendruck und kurze Entwicklungszeiten treiben die Zahl der Rückrufe auf ein Rekordniveau. Nun muss BMW wegen verspäteter Rückrufe eine Millionenstrafe zahlen.

BMW muss wegen Problemen mit einer Kühlwasserpumpe weltweit rund 235.000 Fahrzeuge der Marke Mini in die Werkstätten zurückrufen. Quelle: dpa
BMW muss wegen Problemen mit einer Kühlwasserpumpe weltweit rund 235.000 Fahrzeuge der Marke Mini in die Werkstätten zurückrufen. Quelle: dpa

DüsseldorfAchtung, Ihr neuer Mini Cooper könnte in Flammen aufgehen! Mit dieser Nachricht schockte die BMW-Tochter Mini ihre Kundschaft Mitte Januar. Wegen einer defekten Kühlanlage mussten 200.000 Neuwagen überprüft werden. Auch der Münchener Mutterkonzern hatte zuletzt Probleme mit Rückrufen: Am Wochenende er zu einer Strafe von drei Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) verurteilt, weil er Schäden nicht schnell genug an die Behörden gemeldet hatten. Schlimmer als der finanzielle Schaden dürfte allerdings der Imageschaden ausfallen.

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Nicht nur BMW hat technische Schwierigkeiten mit Neufahrzeugen: Qualitätsmängel sind zu einem massiven Problem der Autobranche geworden. Weltweit hat die Zahl der fehlerhaften Neuwagen laut einer Studie des Center of Automotive an der FHDW in Bergisch-Gladbach mittlerweile einen neuen Höchststand erreicht . Allein zwischen 2009 und 2011 wurden auf dem US-Markt 47,5 Millionen Autos zurückgerufen. Auch in Deutschland wurde 2010 mit 185 Rückrufaktionen und 1,19 Millionen betroffenen Pkws ein neuer Rekord aufgestellt. Die Rückrufquoten, also das Verhältnis von abgesetzten Fahrzeugen zu zurückgerufenen Fahrzeugen liegen bei etlichen Herstellern deutlich über hundert Prozent.

Die Rückrufquoten der Autobauer

  • Toyota

    Der Absatz von Toyota lag 2011 bei rund 1,7 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 3,5 Millionen Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 213 Prozent.

  • General Motors

    Der Absatz von General Motors lag 2011 bei rund 2,5 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 500.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 20 Prozent.

  • Volkswagen

    Der Absatz von Volkswagen lag 2011 bei rund 444.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 293.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 66 Prozent.

  • Ford

    Der Absatz von Ford lag 2011 bei rund 2,1 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 3,3 Millionen Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 156 Prozent.

  • Hyundai

    Der Absatz von Hyundai lag 2011 bei rund 1,1 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 659.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 58 Prozent.

  • Honda

    Der Absatz von Honda lag 2011 bei rund 1,1 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 3,8 Millionen Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 332 Prozent.

  • Nissan

    Der Absatz von Nissan lag 2011 bei rund einer Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 300.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 29 Prozent.

  • Suzuki

    Der Absatz von Suzuki lag 2011 bei rund 26.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 32.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 122 Prozent.

  • Fiat

    Der Absatz von Fiat lag 2011 bei rund 4000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 760 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 19 Prozent.

  • Chrysler

    Der Absatz von Chrysler lag 2011 bei rund 1,4 Millionen Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 773.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 56 Prozent.

  • Daimler

    Der Absatz von Daimler lag 2011 bei rund 267.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 144.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 54 Prozent.

  • BMW

    Der Absatz von BMW lag 2011 bei rund 306.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 277.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 91 Prozent.

  • Mazda

    Der Absatz von Mazda lag 2011 bei rund 250.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 155.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 62 Prozent.

  • Mitsubishi

    Der Absatz von Mitsubishi lag 2011 bei rund 79.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten kein Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 0 Prozent.

  • Subaru

    Der Absatz von Subaru lag 2011 bei rund 267.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 592.000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 222 Prozent.

  • Jaguar und Land Rover

    Der Absatz von Jaguar/Land Rover lag 2011 bei rund 45.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 5000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von 11 Prozent.

  • Porsche

    Der Absatz von Porsche lag 2011 bei rund 29.000 Fahrzeugen. Zurückgerufen werden mussten rund 2000 Wagen. Das entspricht einer Rückrufquote von sieben Prozent.

Insbesondere die asiatischen Hersteller hatten im abgelaufenen Jahr mit der Qualität zu kämpfen. 3,8 Millionen Fahrzeuge musste Honda wegen Mängeln an den Airbags und am Automatikgetriebe im abgelaufenen Jahr zurückrufen Mit einer Rückrufquote von 332 Prozent sichern sich die Japaner damit die unrühmliche Spitzenposition. Das Qualitätsimage von Toyota wurde durch Probleme mit dem Gaspedal, Motorüberhitzung und Airbagmängel ramponiert. Der einst als zuverlässig bekannte Hersteller weist eine Rückrufquote von 213 Prozent aus. 

Automobilhersteller Die größten Rückrufaktionen

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Deutsche Hersteller mussten weniger Autos zurückrufen als die globale Konkurrenz. BMW, Volkswagen und Daimler belegen einen Platz im oberen Mittelfeld, Porsche erreicht mit einer Rückrufquote von sieben Prozent sogar einen Spitzenplatz. „Die Statistik zeigt, dass das Qualitätsmanagement bei den deutschen Herstellern derzeit besser funktioniert“, sagt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive. Ein Beweis für eine höhere Produktqualität sei das allerdings nicht.

  • 13.02.2012, 18:11 UhrAnonymer Benutzer: Urbat

    BMW scheint die Kosten vor die Sicherheit zu stellen. Das aktuelle Problem mit den Bremsen beim einigen 3er BMW ist den Werkstätten bekannt. Jedoch gibt es keine Lösung. So wird der Kunde halt mit unsicheren Fahrzeugen auf die Straße geschickt.

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