Pannenflieger
Boeing beantragt Testflüge für Dreamliner

Die pannengeplagten Dreamliner des US-Flugzeugbauers Boeing könnten bald wieder abheben. Das Unternehmen hat bei der Luftverkehrsbehörde FAA Testflüge beantragt. Die Brandursache scheint entdeckt zu sein.
  • 2

New YorkDer nach einer Pannenserie von den Behörden aus dem Verkehr gezogene Dreamliner von Boeing soll bald zu Testflügen wieder abheben. Der US-Flugzeugbauer teilte mit, einen entsprechenden Antrag bei der Luftverkehrsbehörde FAA eingereicht zu haben. Damit bestätigte der Airbus -Konkurrent einen Bericht der "Seattle Times". Diese hatte zudem gemeldet, dass die FAA in Kürze grünes Licht geben könnte. Bis aber wieder Fluggäste in den Langstreckenjet einsteigen dürfen, würden wohl noch Wochen oder sogar mehrere Monaten vergehen, hieß es unter Berufung auf zwei Insider. Boeing wolle erst eine mögliche Lösung für das Problem testen, das im Januar bei zwei 787-Maschinen einen Brand verursacht hatte. Die FAA teilte mit, den Antrag zu prüfen.

Sie hatte im Januar angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursache für die Batterieprobleme geklärt ist. Weltweit hatten Behörden nach der Notlandung eines 787-Jets die 50 bereits ausgelieferten hochmodernen Karbon-Flieger aus dem Verkehr gezogen.

Nach Angaben der japanischen Verkehrssicherheitsagentur sind die Gründe für die Überhitzung der Batterien noch unklar. Die Ermittler würden die Untersuchungen daher möglicherweise auf andere Ausrüstungsteile des Prestige-Fliegers ausweiten, kündigte Behördenchef Norihiro Goto am Dienstag an. Aufnahmen eines Computer-Tomographen hätten gezeigt, dass sechs der acht Zellen in der Hauptbatterie des in Japan notgelandeten Dreamliners verkohlt gewesen seien. Unklar sei allerdings nach wie vor, ob dies auf die chemischen Eigenschaften des Akkus oder auf ein Problem mit der Elektrik zurückzuführen sei. Im 787 werden Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt, die leichter und leistungsstärker als herkömmliche Modelle sind, sich aber auch schneller entzünden können.

Vor der Notlandung des Dreamliners von All Nippon Airways war bereits in einer geparkten 787 von Japan Airlines am Bostoner Flughafen nach einer Batterie-Explosion ein Brand ausgebrochen. Beide Fluggesellschaften hatten angekündigt, Schadenersatzansprüche gegen Boeing zu prüfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pannenflieger: Boeing beantragt Testflüge für Dreamliner"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich würde alle Flüge freigeben, wenn sich Boeing dazu verpflichet den Umsatz eines Jahres zu zahlen, wenn ein Dreamliner wegen eine LI-Ionen-Batterie abstürzt.

  • Sind das gute Nachrichten?
    Bisher gibt es keine uns bekannten Meldungen, die die Ursache der Akkubraende darlegen.
    Die Effekte, die sich in den Carbon-Flugzeugen beim Flug abspielen sind nicht vorhersehbar und den meisten unbekannt.
    Dazu braucht man auch Testfluege, wenn man noch nicht weiß, was dort abgelaufen ist.
    Warten wir mal ab, was da rauskommen wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%