Pantone sieht sich als die Autorität in Sachen Farbe
Pantone will bei Farben den Ton angeben

Das amerikanische Farbsystem Pantone plant Expansion in Europa, aber die deutsche Konkurrenz HKS bietet Paroli. Pantone- und HSK-Fächer gehören zum Handwerkszeug eines jeden Grafikers und Druckers.

FRANKFURT. Die Telekom ist Magenta, die Dresdner Bank Grün und der Kranich der Lufthansa fliegt blau auf gelbem Grund auf jedem Flugzeugheck der Fluggesellschaft mit. Farben spielen im Corporate Design von Unternehmen eine wichtige Rolle. Aber damit das Gelb der Lufthansa auch immer Lufthansa-Gelb aussieht – unabhängig davon, ob es auf glänzendem oder matten Papier, auf Plastik, Textilien oder einem Flugzeugblech steht, dafür gibt es Farbsysteme.

Vor rund vierzig Jahren wurden in Deutschland und in Amerika unabhängig voneinander zwei Farbsysteme entwickelt, die die Welt der Farben jenseits des Standard-Vierfarbdrucks (Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz) beschreiben helfen sollten. Pantone, ein Familienunternehmen aus den USA, entwickelte 1114 solcher Sonder- oder Schmuckfarben für Papier. HKS – ein Zusammenschluss der Druckfarbenfirmen Hostmann-Steinberg, K+E (mittlerweile ein Bereich der BASF Drucksysteme) und Schmincke Künstlerfarben – entwarf einen Fächer mit zunächst 76, später 88 Farbtönen.

Pantone- und HSK-Fächer gehören zum Handwerkszeug eines jeden Grafikers und Druckers. Die Nummer Pantone 1235c beispielsweise beschreibt weltweit das Lufthansa-Gelb und gewährleistet, dass die Farbe der Airline auf Visitenkarten in China genauso gedruckt wird, wie auf Briefbögen in den USA.

„Pantone ist nicht in erster Linie eine Firma, die Farbfächer herstellt. Pantone bietet die Möglichkeit, dass Menschen, egal wo auf der Welt, präzise über Farben sprechen können“, sagt Richard Herbert, Pantone-Chef und Sohn des Firmengründers Lawrence Herbert, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Kein Wunder, dass sich die Firma selbst als die globale Autorität in Sachen Farbe bezeichnet. Weltweit dominiert das amerikanische System mit rund 70 Prozent Anteil am Absatz für Sonderfarben, in Deutschland allerdings hat HKS noch die Nase vorn.

Als Konkurrenz sieht Herbert das HKS-System dennoch zumindest offiziell nicht an. Schließlich sei die Firma Hostmann-Steinberg, die HKS mitbegründete, auch Lizenznehmer von Pantone. Siegfried Kübler, der als Vorsitzender des Warenzeichenverbandes HKS, das Marketing für das in Deutschland entwickelte Farbsystem macht, sieht die Verhältnisse etwas anders. „Natürlich stehen die beiden Farbsysteme in Konkurrenz zueinander und wir beobachten genau, was Pantone macht.“

Die Amerikaner wollen jetzt den europäischen und den deutschen Markt stärker für sich einnehmen und haben mit dem Deutschen Helmut Eifert seit November auch erstmals einen europäischen Vice-President ins Amt berufen.

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