Papierkonzern will bis zu 5 000 Stellen streichen
Stora Enso beschließt hartes Sparprogramm

Der schwedisch-finnische Papierkonzern Stora Enso wird mindestens 2 000 von insgesamt 45 000 Stellen streichen. Möglicherweise könnten bis zu 5 000 Arbeitsplätze bedroht sein, teilte der Konzern anlässlich seines Quartalsberichtes mit. Dadurch soll der Vorsteuergewinn von Mitte 2007 an um 300 Mill. Euro steigen und die Produktionskapazität um 400 000 Tonnen sinken, was eine Kürzung der gesamten Kapazität um zwei bis drei Prozent bedeuten würde.

HB DÜSSELDORF. Als Grund für die Sparprogramme nannte Stora Enso „generelle Rentabilitätsprobleme“ der Zellstoff- und Papierindustrie. Dazu gehörten steigende Einkaufspreise, strukturelle Überkapazitäten und zunehmender Konkurrenzdruck aus Niedriglohn-Ländern.

In Deutschland will Stora Enso, einer der größten Papierhersteller der Welt, nach Aussage eines Sprechers in der Papierfabrik Wolfsheck bei Karlsruhe eine Papiermaschine für Zeitschriftenpapier stilllegen und für eine andere Maschine, auf der derzeit Tapetenrohpapiere hergestellt werden, ein anderes Produkt suchen. Danach soll das Werk verkauft werden. Bis Ende nächsten Jahres soll die Rentabilität der beiden Werke in Düsseldorf und in Uetersen in Schleswig-Holstein geprüft werden, die Zeitschriftenpapier herstellen.

Stora Enso meldete am Donnerstag für das dritte Quartal mit 93 Mill. Euro einen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 24 Prozent verminderten Vorsteuergewinn. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Für das vierte Quartal erwartet Stora-Chef Jukka Härmälä eine steigende Nachfrage nach Presse- und Katalogpapieren in Europa. Für Anfang des nächsten Jahres rechnet er wieder mit Preiserhöhungen.

Das Sparprogramm von Stora Enso kommt nicht unerwartet. Die anderen großen Papierkonzerne hatten bereits Kürzungen verkündet. Svenska Cellulosa hatte diesen Monat bereits angekündigt, 20 Werke zu schließen. Der schwedische Konzern, der vor allem Hygienepapier herstellt, will 2 000 Stellen streichen. Der US-Haushaltspapierhersteller Kimberly Clark hat vor einigen Wochen angekündigt, dass er bis 2009 seine Kosten um knapp eine Mrd. Dollar senken will.

Die gesamte Branche befindet sich seit vier Jahren in einer tiefen Krise: Überkapazitäten und ein schwacher Dollar haben die Branche zu einem Zeitpunkt getroffen, als bereits Milliarden-Investitionen in neue Papiermaschinen getätigt waren. Durch die Verringerung der Produktionskapazitäten hofft die Branche wieder auf höhere Preise für Papier und Verpackungsmaterial.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%