Papierproduktion
Papierindustrie sucht neue Geschäftsfelder

Durch sinkende Auflagen in der Zeitungsbranche entstehen Überkapazitäten bei den großen Produzenten. UPM aus Finnland denkt bereits über neue Geschäftsbereiche nach - Bio-Diesel und Recycling zählen dazu.
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Stockholm/DüsseldorfSinkende Zeitungsauflagen, weniger Werbebroschüren und enorme Überkapazitäten machen den großen Papierherstellern weltweit zu schaffen. Die Nachfrage nach Druckpapieren sinkt in Europa und Nordamerika seit Jahren, weil sich die Zeitungsbranche nur schwer gegen die Konkurrenz aus dem Internet behaupten kann. Deshalb schauen sich Konzerne wie der finnische Papierriese UPM Kymmene nach Ergänzungen zu ihrem bisherigen Kerngeschäft um.

„Papier ist ein schwieriges Geschäft geworden, deshalb werfen wir seit geraumer Zeit den Blick auch auf andere Bereiche,“ sagt UPM-Kymmene-Chef Jussi Pesonen dem Handelsblatt. „Dabei wird Recycling immer wichtiger.“

Neben der Erzeugung von Biodiesel aus Restprodukten der Holzverarbeitung sowie Energieholz hat der finnische Konzern mit UPM Profi ein Holz-Kunststoff-Verbundmaterial entwickelt, das als Bodenbelag, aber auch als Material zur Gartenmöbel-Produktion benutzt werden kann. Hergestellt wird UPM Profi aus Holzresten und recycelten selbstklebenden Etiketten.

„Rund 80 Prozent unserer Forschungsausgaben fließen mittlerweile in die neuen Geschäftsbereiche“, erklärt Pesonen und weist stolz darauf hin, dass sein Unternehmen zu den Pionieren bei der Entwicklung neuer Materialien aus Holzresten gehört. „Unser Ziel ist es, die Wertschöpfung aus Holz zu maximieren.“

UPM setzt dabei vor allem auf die Produktion von Biodiesel. „Die Nachfrage nach diesem Brennstoff wird in den kommenden Jahren deutlich steigen“, ist sich Pesonen sicher. Denn Biodiesel-Sprit der zweiten Generation werde die CO2-Emissionen von Autos um etwa 80 Prozent reduzieren. Bei Kraftstoffen der zweiten Generation wird fast die ganze Pflanze zur Kraftstofferzeugung verwendet.

UPM investiert daher  rund 150 Millionen Euro in eine Bioraffinerie zur Herstellung von Biokraftstoffen in Lappeenranta, Finnland. Die Raffinerie soll ab 2014 jährlich 100000 Tonnen hochwertigen Biodiesel produzieren.

Um die Abhängigkeit vom Papier weiter zu verringern, setzt der finnische Konzern zudem auf die Entwicklung neuer formbarer Sperrhölzer und liefert wichtige Rohstoffe für Biochemikalien und Verbundwerkstoffe.

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„Neue Geschäftsfelder werden Milliardengeschäft.“

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