Parfumhersteller Farina
Dat Wasser vun Kölle

Prinzessin Diana und US-Präsident Bill Clinton besprühten sich mit dem „Wasser aus Köln“, auch im Nahen Osten greifen die Kunden gern zu. Die Rede ist von „Farina Eau de Cologne“. Nun wird das Familienunternehmen mit dem ungewöhnlichen Namen Johann Maria Farina 300 Jahre alt – Grund genug, einen Blick zurück auf die Fimengeschichte zu werfen.

KÖLN. Nur wenige Meter von Kölns beliebten Einkaufsmeilen Schildergasse und Hohe Straße entfernt versprühen Verkäuferinnen in einer kleinen Parfümerie traditionelles Eau de Cologne. Der Laden gehört zu einem Museum für das berühmte Duftwasser. Nicht Omas berüchtigtes „4711 Echt Kölnisch Wasser“; hier verbreitet „Farina 1709 Eau de Cologne Original“ Wohlgeruch: Der Duft strömte einst durch die Schlösser von über 50 Kaisern und Königen; Johann Wolfgang von Goethe zerstäubte es zur Inspiration. Und noch heute bestellen Kunden aus aller Welt bei Farina in Köln. Prinzessin Diana und US-Präsident Bill Clinton besprühten sich mit dem „Wasser aus Köln“, auch im Nahen Osten greifen die Kunden gern zu.

Das Familienunternehmen mit dem ungewöhnlichen Namen Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz brachte das Duftwasser zur Zeit des Barock, der rauschenden Feste und prächtigen Kleider, aber auch der strengen Gerüche auf den Markt. Nun steht in Köln ein Jubiläum an, das nicht viele Unternehmen feiern können: 300 Jahre alt wird der Parfümhersteller.

Das Geheimrezept fürs Überleben? Das Alter selbst. So sieht es Johann Maria Farina, der das Unternehmen in der achten Generation führt. „Wenn Unternehmen nicht überleben, dann geschieht das ja in den ersten 20 bis 100 Jahren häufiger“, sagt der 51-Jährige. „Mit zunehmendem Alter des Geschäfts steigt dagegen die Chance, dass es weitergeführt wird.“

1706 zog es den gebürtigen Italiener Johann Maria Farina, nach dem der heutige Firmeninhaber benannt ist, zum ersten Mal nach Köln. Weil ihm der Geruch – oder eher der Gestank – der Stadt nicht gefiel, mixte er alsbald einen Duft, der ihn an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnerte. 1714 wurde Farina Teilhaber des Luxusladens seines Bruders und nannte seine Kreation zu Ehren seiner neuen Heimat „Eau de Cologne“.

Das Parfum roch leichter als die bis dato verwendeten schweren Essenzen, und das machte das „Eau de Cologne“ berühmt. Viele wollten das Parfum haben, nur wenige konnten es sich leisten. Zu den wohlhabenden Käufern zählte Kurfürst Clemens August von Köln, auch Napoleon und Wolfgang Amadeus Mozart orderten den neuartigen, leichten Duft.

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