Pariser Autosalon
Ohne Staatshilfe fährt Nissan in Deutschland nicht elektrisch

Der japanische Autobauer Nissan will mit dem "Leaf" das erste massentaugliche Elektroauto an den Start bringen – aber nur, wenn es auch Unterstützung vom Staat gibt. Da die in Deutschland bislang nicht in Sicht ist, könnte der hiesige Markt am Ende leer ausgehen. Damit es soweit nicht kommt, hofft Nissan nun auf seinen neuen deutschen Partner Daimler.
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PARIS. Ein Volks-Elektroauto soll der Leaf sein. Ein alltagstauglicher Kompaktwagen, komfortabel, halbwegs geräumig mit Platz für fünf-und vor allem bezahlbar für jedermann. So zumindest der Plan des japanischen Autobauers Nissan. Und mit einem Kampfpreis von um die 30.000 Euro wäre der 4,45 Meter lange Leaf auch im Vergleich zu anderen ähnlich ausgestatten Kompaktwagen durchaus konkurrenzfähig. Vorausgesetzt, der Staat spielt mit.

Denn den im Vergleich zu anderen Elektroautos niedrigen Kaufpreis kann Nissan nur mit Staatshilfe schaffen - in den USA etwa mit Hilfe eines Steuerrabatts in Höhe von 7500 Dollar. In Deutschland sind solche Zuschüsse nicht in Sicht. Für Nissan ein Problem, das in letzter Konsequenz bedeuten könnte: kein Leaf für Deutschland.

"Wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, es etwa keine Nachfrage oder keine staatliche Unterstützung gibt, werden wir den Leaf in einem solchen Markt nicht an den Start bringen", sagt Simon Thomas, Vertriebschef von Nissan in Europa. Alles in allem erhalte Nissan quer durch Europa viel Unterstützung für die in diesem Jahr beginnende Einführung des Leafs.

Tatsächlich wird der Kauf eines Elektroautos in Großbritannien, Irland und Portugal zum Beispiel mit mehreren tausend Euro staatlich vergünstigt - sei es durch Steuerbefreiungen oder direkte Zuschüsse. Allein in Europa hat Nissan nach eigenen Angaben 22 Abkommen zur Einführung von Elektroautos wie dem Leaf geschlossen, mal mit Regierungen, mal direkt mit einzelnen Kommunen wie etwa Amsterdam oder Cardiff. "Die Reaktionen in Europa sind großartig. Auch aus der Schweiz gibt es ermutigende Rückmeldungen, in Deutschland ist dies bislang leider weniger der Fall", sagt Simon, der hofft, dass vielleicht noch die ein oder andere deutsche Großstadt dem Beispiel Amsterdams folgen könnte. Wenn sich an der Gesamtlage allerdings nichts ändert, sieht es für den Leaf in Deutschland nicht gut aus, auch wenn der Verkaufsstart momentan noch für Ende kommenden Jahres offiziell eingeplant ist.

Aber: "Ohne öffentliche Subventionen wird man keine Elektroautos im großen Stil auf die Straße bekommen", sagt Nissan-Manager Thomas. Das Schicksal des Elektroautos hänge in der Breite vom Verkaufspreis ab, gerade bei einem Auto wie den Leaf.

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