Partner oder Joint Venture geplant
Mitsubishi Motors behält US-Finanzierungsgeschäft

Mitsubishi Motors (MMC) will sein verlustreiches US-Finanzierungsgeschäft doch nicht verkaufen. Der angeschlagene japanische Autohersteller hat sich dagegen entschieden und nun andere Optionen im Blick.

HB TOKIO. „Wir wollen jetzt entweder einen Partner finden und ein Joint Venture gründen oder die volle Kontrolle behalten“, sagte MMC-Chef Yoichiro Okazaki am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die im Mai entstandene Idee, die Sparte zu verkaufen, habe sich als nicht sinnvoll erwiesen. Eine Entscheidung, wie das Geschäft weitergeführt werde, falle wohl Ende September, fügte Okazaki hinzu. „Idealerweise werden wir es selber weiterführen.“

Für gewöhnlich ermöglicht die Finanzierung Autokonzernen lukrative Einnahmen. Mitsubishis Strategie der relativ problemlosen Kreditgewährung zur Ankurbelung des Umsatzes erwies sich jedoch als problematisch, als Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkamen. Für den Betriebsverlust von mehr als einer Milliarde Dollar im Nordamerikageschäft während der zwölf Monate zum 31. März war die Sparte zu einem großen Teil verantwortlich. Die Zukunft des Finanzierungsarms war über Monate ungewiss. Ein ermutigendes Zeichen für das Geschäft kam im vergangenen Monat von der Ratingagentur Moody's, deren Experten das Risiko der Sparte nach einer Reihe von absichernden Maßnahmen inzwischen als überschaubar einschätzen.

Der einzige defizitäre Autobauer Japans will US-Kunden jetzt mit einer verlängerten Garantiezeit von fünf Jahren oder 60 000 Meilen anlocken. Das Angebot gilt nach Angaben des Firmenchefs seit vergangenem Monat, hatte bisher aber offenbar kaum Einfluss auf die Umsätze. Die Zahl der verkauften Autos brach im Juli um mehr als die Hälfte auf 11 192 Fahrzeuge ein. Mitsubishi hofft, 2004 rund 183 000 Fahrzeuge in den USA zu verkaufen. Noch vor zwei Jahren waren es knapp doppelt so viele gewesen.

Zur Sanierung seines internationalen Geschäfts hat Mitsubishi ein milliardenschweres Rettungspaket aufgelegt. Der deutsch-amerikanische Partner Daimler-Chrysler beteiligt sich jedoch nicht daran. Der Stuttgarter Konzern hatte Ende April entschieden, kein weiteres Geld mehr zur Sanierung von MMC zur Verfügung zu stellen. Nach einer Kapitalerhöhung im Juli, an der sich Daimler-Chrysler nicht beteiligte, hält der Stuttgarter Konzern nur noch weniger als 25 % an dem japanischen Autokonzern.

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