Partnerschaft mit Navistar
VW peilt US-Markt für Trucks an

Volkswagen will mit seinen Lkw offenbar auf dem US-Markt Fuß fassen. Laut einem Agenturbericht will sich der Autobauer dazu mit dem Rivalen Navistar zusammentun. Das passt in die ambitionierten Pläne der Wolfsburger.

Hamburg/FrankfurtVolkswagen gelingt offenbar mit einer Partnerschaft mit dem US-Lkw-Bauer Navistar der lang ersehnte Sprung auf den wichtigen US-Markt. Die Wolfsburger planten eine Kooperation mit dem kleinsten US-Lastwagenhersteller, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Volkswagen werde Lkw-Motoren an die Amerikaner liefern, sagte einer der Insider. Die Zusammenarbeit soll durch eine Beteiligung von Volkswagen an dem Truck-Hersteller, der für bullige Zugmaschinen bekannt ist, untermauert werden. Die Vereinbarung werde voraussichtlich am Dienstag bekanntgegeben. Volkswagen wollte sich dazu nicht äußern. Navistar war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Während sich die Wolfsburger im Pkw-Geschäft mit Toyota um die Weltmarktführung streiten, spielen sie bei Lkw lediglich in Europa eine große Rolle. Dies will VW-Truck & Bus-Chef Andreas Renschler ändern. Er hatte mehrfach deutlich gemacht, dass dazu auch die Präsenz in den USA gehört.

Anders als Daimler und Volvo ist Volkswagen mit seinen beiden Lkw-Marken MAN und Scania auf diesem wichtigen Markt für Schwerlaster bisher nicht aktiv. Deshalb wird in der Branche schon länger spekuliert, VW könne in den USA einen Lkw-Bauer übernehmen oder eine Kooperation eingehen. Als mögliche Partner wurden Paccar und Navistar genannt. Die Möglichkeit, das Geschäft in den USA aus eigener Kraft aufzubauen, hatte VW als zu teuer verworfen.

Renschler hatte unlängst im Reuters-Interview erkennen lassen, dass er an einer Lösung für einen Einstieg in den USA arbeitet. Über seine Pläne hielt er sich jedoch bedeckt. „Man braucht den richtigen Moment, um den richtigen Schritt zu tun. Und man braucht ein Stück weit Glück.“ In China will der Chef-Trucker von VW im Zuge der Internationalisierung zudem die Kooperation mit dem heimischen Lkw-Hersteller Sinotruk ausbauen, an dem MAN rund ein Viertel der Anteile hält.

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