Partnerschaft mit US-Konzern
Bradley vermarktet Salbe von Medigene in USA

Das Biotechunternehmen Medigene hat mit dem US-Spezialpharmakonzern Bradley Pharmaceuticals eine Partnerschaft zur Vermarktung seiner Genitalwarzensalbe Polyphenon geschlossen.

HB FRANKFURT. Bradley habe die US-Vermarktungsrechte für Polyphenon erworben, teilte Medigene am Dienstag mit. Das in Martinsried bei München ansässige Unternehmen erhält dafür stufenweise Meilensteinzahlungen von bis zu 69 Mill. Dollar einschließlich fünf Mill. Dollar bei Vertragsabschluss. Medigene werde zudem an künftigen Produktumsätzen beteiligt. Für die Weiterentwicklung von Polyphenon zur Behandlung anderer Hautkrankheiten übernehme Bradley den Großteil künftiger Entwicklungskosten.

Medigene kann damit wenige Wochen nach der Verschiebung der ursprünglich für 2005 geplanten US-Kooperation nun doch einen Partner für seinen größten Hoffnungsträger präsentieren. Das Unternehmen hatte die Verzögerung Mitte Dezember damit begründet, dass nach der Annahme des Zulassungsantrags für Polyphenon durch die Gesundheitsbehörde FDA weitere attraktive Angebote eingegangen seien. „Wir sind überzeugt, dass Bradley Pharmaceuticals der ideale Partner ist, um das volle Potenzial der Polyphenon-Salbe in den USA zu realisieren“, sagte Medigene-Vorstandschef Peter Heinrich. Bradley verfüge über eine starke Verkaufsmannschaft und werde das Mittel mit mehr als 100 Außendienstmitarbeitern im US-Markt vertreiben.

Der US-Konzern will das Medikament als eines seiner Kernprodukte positionieren. Zudem wollen die beiden Firmen nun die Anwendung von Polyphenon auch für andere Hauterkrankungen prüfen. Die Meilensteinzahlungen, die Medigene von Bradley erhält, sind an Fortschritte in der Entwicklung, Zulassung und Vermarktung von Polyphenon in den Behandlungsfeldern Genitalwarzen und Aktinische Keratose, eine Vorstufe von Hautkrebs, sowie an bestimmte Umsatzziele gebunden. Bradley hat sich auf den Vertrieb von Medikamenten für Nischenindikationen spezialisiert und erzielte 2004 einen Umsatz von rund 97 Mill. Dollar.

Analysten äußerten sich positiv. Die Vertragsvereinbarungen sähen auf den ersten Blick günstig für Medigene aus, erklärte Martin Possienke von Equinet. Positiv sei zudem zu werten, dass Bradley auch die Kosten für die Entwicklung von Polyphenon zur Behandlung Aktinischer Keratose trage. Patrick Fuchs von der DZ Bank schrieb in einer Studie, er habe lediglich ein Vertragsvolumen von insgesamt 27 Mill. Euro erwartet. Durch die Mittelzuflüsse aus der Partnerschaft könnte Medigene wie nach früheren Angaben geplant im laufenden Jahr die Gewinnzone erreichen.

Zur Behandlung von Genitalwarzen soll Polyphenon 2007 auf den Markt kommen und einmal jährliche Spitzenumsätze von 100 Mill. Euro alleine in den USA bringen. Medigene will für das Präparat, dessen Wirkstoff aus Blättern des grünen Tees gewonnen wurde, 2006 auch in Europa die Zulassung beantragen. Genitalwarzen gehören zu den häufigsten und sich am schnellsten ausbreitenden Geschlechtskrankheiten weltweit. Rund 14 Mill. Menschen in Nordamerika und 15 Mill. in Europa sind mit den Viren infiziert, die Genitalwarzen verursachen.

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