Patentausläufe und Generika drücken Gewinne
Bittere Pillen für die Pharmakonzerne

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. startet ein neues Sparprogramm, mit dem weltweit 7 200 Stellen beziehungsweise zwölf Prozent der Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Hintergrund dafür ist aber nicht die aktuelle Finanzkrise oder sich eintrübende Konjunkturaussichten – die Pharmabranche hat zur Zeit ihre eigenen Probleme.

FRANKFURT. Patentausläufe und die wachsende Konkurrenz durch billige Nachahmermedizin drücken auf Umsatz und Gewinn, insbesondere im US-Markt, in dem fast die Hälfte der weltweiten Pharmaumsätze generiert werden.

Das Marktforschungsinstitut IMS Health hat vor diesem Hintergrund das weltweite Wachstum des Pharmamarktes in diesem Jahr nur auf 5,5 Prozent beziffert, nach 6,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Fast alle großen Pharmakonzerne versuchen derzeit, mit Sparprogrammen die Marge hoch zu halten. Marktführer Pfizer beispielsweise hat binnen Jahresfrist die Belegschaft um rund vier Prozent reduziert, wie die am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen zeigen. Das entspricht einer Einsparung von rund 460 Mio. Dollar allein im dritten Quartal. Und Glaxo-Smithkline, die Nummer zwei im Markt, bekräftigte gestern bei der Vorlage der Quartalzahlen, das man in diesem Jahr die angestrebten jährlichen Einsparungen von 350 Mio. Pfund (rund 570 Mio. Dollar) auch erreichen werde. Bis 2010 sollen es dann mindestens 700 Mio. Pfund werden.

Merck & Co. hatte bereits 2005 ein Restrukturierungsprogramm gestartet, mit dem bis zum Jahr 2010 bis zu fünf Mrd. Dollar beziehungsweise 10 000 Stellen eingespart werden sollen. Das gestern verkündete Paket wird noch draufgesetzt: Bis 2013 erhofft sich das UnternehmenEinsparungen in Höhe von bis zu 4,2 Mrd. Dollar, dem stehen Kosten von 1,6 bis zwei Mrd. Dollar gegenüber. 40 Prozent des neuen Pakets betreffen den US-Markt. 400 der 7 200 Stellen, die entfallen sollen, sind aktuell allerdings nicht besetzt.

Merck & Co vermarktet gemeinsam mit Schering-Plough die Cholesterin-Senker Vytorin und Zetia, die im vergangenen Jahr zusammen 5,2 Mrd. Dollar Umsatz gebracht haben. Nach negativen Studienergebnissen im Frühjahr ging der Absatz aber deutlich zurück, die Aktien von Schering-Plough und Merck & Co. sanken innerhalb weniger Tage um 40 beziehungsweise 50 Prozent.

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