Patente verloren
Gewinnsturz bei Pfizer

Die Potenzpille Viagra ist nicht das einzige Medikament, für das der Pharmakonzern Pfizer das Patent verloren hat. Der Umsatzeinbruch bei Top-Präparaten macht dem Unternehmen zu schaffen.
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New YorkPatentabläufe bei Top-Präparaten machen Pfizer mitten im Konzernumbau schwer zu schaffen. Nicht zuletzt wegen eines Umsatzeinbruchs bei dem Cholesterinsenker Lipitor sank der bereinigte Gewinn des größten US-Pharmakonzerns im zweiten Quartal um zehn Prozent auf vier Milliarden Dollar. Die Erlöse fielen um sieben Prozent auf 12,97 Milliarden Dollar.

Der Gewinn ohne Sonderposten lag bei 56 Cent und damit über der durchschnittlichen Erwartung von 55 Cent von 15 Analysten aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Entsprechend gab die Aktie an der Frankfurter Börse nur leicht um zeitweise ein Prozent nach.

An der erst Ende April gekappten Jahresprognose hielt Pfizer fest. In der zweiten Jahreshälfte werde das Geschäft in Schwellenländern - vor allem China - anziehen, begründete der Chef des für seine Potenzpille Viagra bekannten Unternehmens, Ian Read dies am Dienstag.

Erst am Montag hatte Pfizer angekündigt, seinen Konzernumbau voranzutreiben und sich wieder auf das angestammte Geschäft mit rezeptpflichtigen Original-Medikamenten zu konzentrieren. Künftig soll es drei große Sparten geben. Die Neuaufstellung war nötig geworden, da das bislang weltweit umsatzstärkste Präparat Lipitor seinen Patentschutz verlor. Mit dem Cholesterinsenker hatte Pfizer in der Spitze jährlich 13 Milliarden Dollar umgesetzt. Im zweiten Quartal waren es nur noch 545 Millionen Dollar und damit 55 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Viele Analysten hatten dem Konzern, der im vergangenen Jahr von dem Schweizer Rivalen Novartis an der Weltmarktspitze abgelöst worden war, zu dem Umbau geraten. Von Geschäftsfeldern mit geringeren Renditen sollte sich das Unternehmen dagegen trennen. Daher ist eine Abspaltung des Generika-Bereichs in einigen Jahren möglich. Dabei hatten Pharmagrößen wie Novartis in den vergangenen Jahren ihre Generika-Sparten ausgebaut, um bei Patentabläufen besser dazustehen und das Geschäft nicht komplett der Konkurrenz überlassen zu müssen. Der Verkauf von Nachahmermedikamenten wirft jedoch weniger Gewinn ab als von Originalprodukten, da diese weitaus billiger sind.

Insgesamt geht der Trend in der Branche dahin, sich von weniger Gewinn bringenden Bereichen zu trennen. So hatte der Pharma- und Diagnostikkonzern Abbott Laboratories sein forschendes Pharmageschäft als neue Firma mit dem Namen AbbVie in die Eigenständigkeit entlassen. Pfizer selbst verkaufte im November die Babynahrungssparte an den Schweizer Lebensmittelriesen Nestle und schickte die Tierarzneitochter Zoetis in die Unabhängigkeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Achtung Fehler in Pfizer Artikel !
    Bei der Medikamentenliste Platz 1 wurde Pfizer als Schweizer Unternehmen bezeichnet !

    Ganz liebe Grüsse aus Wie, Michi Cermak

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