Patient ist nicht über den Berg: Opel mit blauem Auge davongekommen

Patient ist nicht über den Berg
Opel mit blauem Auge davongekommen

Dem traditionsreichen Autobauer Opel wurde nach fünf Jahren mit Verlusten ein drastisches Sparprogramm verordnet. Der Mutterkonzern General Motors (GM) drohte mit äußerster Härte Kündigungen und Werksschließungen an und hat damit 2004 wilde Streiks provoziert. „Es wird hässlich“, hatte GM- Finanzchef John Devine damals angekündigt.

HB RÜSSELSHEIM. Das Rettungspaket verhindert nun das Schlimmste und gibt dem angeschlagenen Unternehmen neue Hoffnung. Das Stammwerk in Rüsselsheim ist auf Jahre gerettet, der Abbau von rund 9000 Stellen soll das Problem der Überkapazitäten und hohen Verluste beseitigen. „Opel hat jetzt wieder Luft zum Atmen und ist auf einem guten Weg“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Die Zugeständnisse der Arbeitnehmer bei den Löhnen hätten Opel einen Lohnkostenvorteil von 15 % gegenüber dem ärgsten Konkurrenten Volkswagen verschafft, rechnet Dudenhöffer vor. „2006 kann die Marke wieder in die schwarzen Zahlen kommen.“ Die Auslastung in Rüsselsheim werde mit der Produktion der rund 290 000 Wagen der neuen Mittelklasse von derzeit 60 auf über 80 % steigen. Dann wäre das Werk wieder rentabel.

Trotz dieser guten Sanierungsbilanz ist der Patient Opel nach Ansicht von Experten aber keineswegs über den Berg. „Opel steht vor einem weiteren Siechtum“, sagt der Autoanalyst der Metzler Bank, Jürgen Pieper. Der Kompromiss gehe nicht weit genug. „Opel hätte ein Werk schließen müssen, um seine enormen Überkapazitäten abzubauen.“ Der Konzern baue weiter in Europa mehr Autos, als er verkaufen könne. Die Lohnkosten in Deutschland sind im internationalen Vergleich einfach zu hoch: im polnischen Gliwice arbeiten Opelaner für sieben Euro die Stunde, in Bochum für 33 €.

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