Patientenversorgung Pharmabranche will mit Tech-Firmen kooperieren

Medikamenten-Forschung allein reicht nicht, um Pharma-Konzerne fit für die Zukunft zu machen. Die Branche sucht daher die Nähe zu Tesla, Google und Co.
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Die Novartis-Deutschlandchefin setzt auf E-Health-Programme in Zusammenarbeit mit Krankenkassen. Quelle: Dietmar Gust / Euroforum
Sidonie Golombowski-Daffner

Die Novartis-Deutschlandchefin setzt auf E-Health-Programme in Zusammenarbeit mit Krankenkassen.

(Foto: Dietmar Gust / Euroforum)

BerlinEs klingt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film: Ein Patient hat eine Herzattacke und sein selbstfahrendes Auto bringt ihn die nächste Notaufnahme. Tatsächlich ist das in der Realität mit der Software des US-Autobauers Tesla schon möglich. Und für Bayer-Pharmachef Dieter Weinand ein anschauliches Beispiel, wie Technologie die Gesundheitsversorgung verändert.

Medikamente zu erforschen, zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, dieser Innovationsansatz wird für die Pharmabranche nicht ausreichen, um auch künftig  wachsen zu können. Davon zeigten sich die Referenten auf der diesjährigen Handelsblatt-Pharmatagung in Berlin überzeugt.

„Wir müssen mehr strategische Allianzen eingehen, um die Patientenversorgung zu verbessern“, meint Sidonie Golombowski-Daffner, Deutschlandchefin von Novartis. Kooperationen nicht nur im Bereich der Forschung, sondern auch mit Krankenversicherern und Technologiefirmen seien dafür nötig.

Novartis Deutschland hat beispielsweise gerade ein E-Health-Programm mit der Krankenkasse Knappschaft gestartet, das Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz im Alltag unterstützt – mit telemedizinscher Körperwaage und Telefon-Coaching durch eine Krankenschwester.

Mobile Überwachungssysteme für chronisch Kranke und Supercomputer, die bei der Diagnose von Krankheiten unterstützen: Auch die Rolle des Arztes wird sich wandeln, meint Bayer-Pharmachef Weinand. Algorithmen werden die Art und Weise, wie Therapieentscheidungen getroffen werden verändern. Die Pharmahersteller müssten den Wandel der Branche als Architekten mitgestalten.

Zwar ist die Pharmaindustrie weiterhin sehr erfolgreich auf dem klassischen Feld der Innovation, wie Han Steutel, Deutschlandchef von Bristol-Myers Squibb aufzeigt: Im Bereich der Immunonkologie etwa wurden in den vergangenen fünf Jahren 68 neue Therapien für 22 Einsatzgebiete entwickelt.

Allerdings sorgt der Innovationserfolg auch dafür, dass sich die Zeit verkürzt, die einzelne Unternehmen haben, um ihre Investitionen an Markt zurück zu verdienen. Denn die weiterentwickelten Therapien drängen in kürzerer Zeit auf den Markt. Umso mehr sei es wichtig, dass der Wert innovativer Arzneimittel auch anerkannt werde, argumentiert Steutel mit Verweis auf die Diskussion über teure Krebsmedikamente.

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