Peking lenkt ein
Modebranche lehrt Piraten das Fürchten

Die deutsche Bekleidungs- und Textilindustrie nimmt im Kampf gegen die Produkt- und Markenpiraterie eine Vorreiterrolle ein.

DÜSSELDORF. Der Präsident des Gesamtverbands Textil + Mode, Peter Schwartze, wird heute im Rahmen der China-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums mit dem Präsidenten des chinesischen Spitzenverbands CNTAC, Du Yuzhou, unterzeichnen.

Nach Informationen des Handelsblatts arbeitet auch die spanische Textil- und Bekleidungsbranche an einer bilateralen Übereinkunft zum Schutz von Marken und Patenten. Experten gehen davon aus, dass das Abkommen der Textilverbände Vorbildcharakter für andere Wirtschaftszweige haben wird. Die Markenartikelindustrie etwa knüpft an die Reise der Bundeskanzlerin laut Franz-Peter Falke vom Markenverband „große Erwartungen“.

Produktpiraterie und der Diebstahl geistigen Eigentums führen weltweit jährlich zu Schäden im dreistelligen Milliardenbereich. Die OECD schätzt den Anteil gefälschter Produkte am Welthandel auf acht Prozent. Chinesische Unternehmen sind an den Fälschungen überproportional beteiligt. Textilien zählen dabei zu den Bestsellern der Produktpiraten, da sie leicht zu kopieren sind und in Asien eine große Tradition in der Textilverarbeitung besteht. Der größte deutsche Modekonzern Hugo Boss etwa plante sogar schon, seine Kleider mit Hologrammen zu kennzeichnen.

Die engen Beziehungen zwischen dem chinesischen und deutschen Spitzenverband sind kein Zufall. Seit vier Jahren kooperieren die beiden Organisationen. Ende 2005 wurde ein Verbindungsbüro in Schanghai eröffnet. Für die deutsche Bekleidungs- und Textilindustrie, die nur noch einen Bruchteil ihrer Waren in Deutschland fertigt, ist China das wichtigste Produktionsland. Zudem erschließen sich selbst mittelständische Unternehmen wie die Hemdenmarke Olymp China als Absatzmarkt. Entsprechend hatte sich die deutsche Branche im Handelsstreit der Europäischen Union mit China um die Wiedereinführung von Importquoten für chinesische Textilien im vergangenen Jahr stets für die Marktliberalisierung ausgesprochen.

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