Permira steigt beim Autozulieferer aus
Deutsche Bank übernimmt Grammer-Mehrheit

Die Deutsche Bank hat die Aktienmehrheit an dem Oberpfälzer Autozulieferer Grammer übernommen, nachdem die bisherigen Großaktionäre um den britischen Finanzinvestor Permira ausgestiegen sind. Die Bank will das Anteilspaket nun umgehend institutionellen Anlegern in Deutschland und Europa anbieten.

HB FRANKFURT. „Das Platzierungsvolumen entspricht rund 83 % der ausstehenden Aktien der Grammer AG“, teilte die Deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mit, die die Aktien vorübergehend selbst übernommen hat. Die rund 8,7 Mill. Aktien würden im Rahmen eines beschleunigten Auktionsverfahrens weiterverkauft. Das größte deutsche Geldhaus begleite die Transaktion alleine. Grammer sieht seine Strategie vom Ausstieg der Großaktionäre unberührt.

Das Oberpfälzer Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 270 Mill. € und hätte damit Chancen auf eine Mitgliedschaft im Kleinwerteindex SDax oder gar im wichtigeren MDax. Allerdings ist dafür entscheidend, ob die zum Verkauf stehenden 83 % der Grundkapitals tatsächlich in den Streubesitz übergehen. Zudem spielt bei der Aufnahme in den Index auch der Handelsumsatz eine Rolle.

„Auf kurze Sicht stellt sich erst einmal die Frage des SDax, was danach kommt werden wir sehen“, sagte ein Sprecher von Grammer. Er gehe davon aus, dass die Aktien breit gestreut würden. Für Grammer ändere sich durch den Ausstieg wenig, Permira habe dem Vorstand nicht ins Geschäft hineingeredet. Eine Aktienplatzierung sei zudem auch vom Management immer als die bestmögliche Ausstiegsmöglichkeit des Finanzinvestors eingestuft worden. „Sie wie Grammer aufgestellt ist, auch von der Bilanz her, stehen uns alle Möglichkeiten offen.“

Reuters hatte bereits im Februar erfahren, dass Permira den Ausstieg aus seinem Investment plant. Ende Juni hatte Grammer mitgeteilt, die beiden Großaktionäre Grammer Holding GmbH und SV Holding, hinter denen Permira und die Grammer-Familie stand, hätten die Deutsche Bank mit dem Verkauf ihrer Anteile beauftragt. Permira war 2001 für 12,50 € je Aktie eingestiegen und hielt früheren Angaben zufolge mit 68 % die Mehrheit und Branchenkreisen zufolge dürfte Permira bei dem Investment eine jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals um die 20 % erzielt haben. „Das Investment ist für uns sehr zufriedenstellend verlaufen“, sagte Permira-Deutschlandchef Thomas Krenz zu Reuters, ohne Zahlen zu nennen. Trotz des schwierigen Branchenumfelds verfüge Grammer heute über eine gesunde Bilanz.

Die Grammer-Aktie notierte am Nachmittag in München 1,8 % im Minus mit 24,70 €.

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