Perrigo-Übernahme durch Mylan

Große Pharma-Hochzeit ist geplatzt

Es sollte ein Milliarden-Coup werden, doch nun ist der Deal geplatzt: Dem Generikahersteller Mylan ist es nicht gelungen, den Rivalen Perrigo zu übernehmen. Die Zeit habe einfach nicht gereicht.
Update: 13.11.2015 - 18:13 Uhr
Der Generikahersteller Mylan ist wohl mit seinen Übernahmeplänen für den Konkurrenten Perrigo gescheitert. Quelle: ap
Milliardendeal geplatzt

Der Generikahersteller Mylan ist wohl mit seinen Übernahmeplänen für den Konkurrenten Perrigo gescheitert.

(Foto: ap)

New YorkDer Pharmahersteller Mylan hat den monatelangen Kampf um Perrigo verloren und lässt seine Pläne für eine feindliche Übernahme fallen. Für die Offerte mit einem Volumen von 26 Milliarden Dollar fanden sich bis Freitag nicht genügend Perrigo-Aktionäre. Nach Angaben des Mylan-Managements wurden nur 40 Prozent der Anteilsscheine angeboten. Für einen Erfolg wären aber mindestens die Hälfte erforderlich gewesen. Mylan-Aktionäre reagierten auf die Nachricht erleichtert: Der Kurs stieg um mehr als 13 Prozent, während Perrigo-Papiere um knapp sechs Prozent nachgaben.

Die Pharmabranche ist gerade im Übernahmefieber. Erst im Juli kaufte der weltgrößte Generikaanbieter Teva für 40,5 Milliarden Dollar die Nachahmermedikamente von Allergan. Teva hatte ursprünglich Mylan Avancen gemacht. Der Kampf um Perrigo galt auch als Versuch der Mylan-Führung, dieses Vorhaben zu vereiteln. Perrigo wollte seinerseits zur Abwehr der feindlichen Übernahme die Spezialpharmafirma Endo International kaufen, scheiterte damit jedoch. Nun erwägt das in Irland ansässige Unternehmen mehrere kleinere Zukäufe.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

Auch Mylan war am Freitag versucht, nach vorn zu schauen. Man sei gut aufgestellt, um andere Möglichkeiten zu nutzen, um den Wert des Unternehmens zu steigern, erklärte der Konzern. Er hatte vor acht Jahren die Generikasparte der Darmstädter Merck für 4,9 Milliarden Euro gekauft.

  • rtr
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