Personalabbau nach Peugeot-Übernahme? Opel droht der große Aderlass

Seite 2 von 2:
Eisenach und Kaiserslautern in Gefahr

Ähnlich sieht das auch der frühere Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. „Nach einer Übernahme wären die Werke in Eisenach und in Kaiserslautern stark gefährdet“, sagt Franz. Nach Angaben der Automobilanalysten des Londoner Investmentberaters Evercore ISI liegt die aktuelle Kapazitätsauslastung in den europäischen Werken von Peugeot bei etwa 74 Prozent.

Damit gibt es noch Spielraum nach oben – etwa durch die zusätzliche Produktion von Opel-Modellen. Eine Übernahme der Opel-Produktion wird künftig noch einfacher, da beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit in der Fertigung intensivieren. In diesem Jahr beginnt die gemeinsame Produktion von Geländewagen (SUV) auf einer einheitlichen Plattform. Diese Kooperation war schon länger vorgesehen, völlig unabhängig von den aktuellen Fusionsplänen.

Nähmaschinen, Laubfrosch und ein Raketenantrieb
Die Marke mit dem Blitz - Opel
1 von 31

Nach jahrelangen Verlusten geht Opel in die Hände von Peugeot. Der Detroiter Mutterkonzern General Motors verkauft seine Rüsselsheimer Tochter an den französischen Konkurrenten. Die über 150 Jahre dauernde Firmengeschichte des deutschen Autobauers ist sowohl von technischen Innovationen und Rekorden, als auch von Erfolgen maßgeblich geprägt. Doch insbesondere in den vergangenen 30 Jahren hat sich diese Erfolgsgeschichte gedreht.

Anfang mit Nähmaschinen
2 von 31

1862 beginnt Adam Opel in der väterlichen Schlosserwerkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Hier zu sehen: Adam Opels erste handgefertigte Nähmaschine aus selbigem Jahr.

Opels Markenlogo 1862
3 von 31

Noch keine Spur vom Opel-Blitz: Das erste Opel-Markenzeichen, 1862 - die Initialen Adam Opels. Das Unternehmen, das inzwischen in sehr unruhiges Fahrwasser geraten ist, versucht auch heute noch ein Image von Traditionalität abzuliefern.

Fahrrad „Velociped“
4 von 31

Bald folgen Fahrräder. 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik. Die Räder aus Rüsselsheim sind populär. Mitte der 1920er Jahre ist Opel größter Zweiradproduzent der Welt. Längst stellt Opel auch Motorräder her. Hier leistet Wilhelm Opel einem Sportskameraden Starthilfe.

„Patent Motorwagen System Lutzmann“
5 von 31

Die Geschichte des Automobilbaus beginnt 1899. Opel ist damit – nach Daimler-Benz – der zweitälteste Autohersteller Deutschlands. Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ macht den Anfang.

Erste Eigenkonstruktion: Modell 10/12PS
6 von 31

Im Herbst 1902 präsentiert Opel dann mit dem Modell 10/12 PS seine erste Eigenkonstruktion. Die Autos finden reißenden Absatz: Bis 1906 haben bereits über 1000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen (Bild ist von ca. 1930).

Zweizylinder-Luxus-Motorrad
7 von 31

Opel Zweizylinder-Luxus- Motorrad mit 3 1/2 PS und elektromagnetischer Zündung aus dem Jahr 1905.

„Es gibt keine Markenwerke mehr, sondern nur noch Konzernwerke, in denen alle Marken gefertigt werden“, beschreibt Autoprofessor Dudenhöffer das, was auf Opel zukommen könnte. Die Rüsselsheimer würden wahrscheinlich komplett im Peugeot-Produktionsverbund aufgehen. Die zentrale Produktionsleitung sitzt dann künftig in Paris, in Rüsselsheim würde es nur noch einen Werksleiter geben. „Wie viele Fabriken man im Verbund braucht, wird bei Peugeot festgelegt“, so Dudenhöffer weiter. Die Franzosen könnten zudem mehr Autos im polnischen Opel-Werk produzieren lassen, wo die Löhne um einiges niedriger als in Deutschland sind.

Dudenhöffer beklagt viele hausgemachte Fehler bei der deutschen Filiale von General Motors. Die Kölner Tochter von Ford beweise, dass sich das Europa-Geschäft eines großen US-Autokonzerns sehr profitabel führen lasse. Ford Europa habe in den beiden vergangenen Jahren 1,5 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, bei General Motors stehe ein Verlust von einer Milliarde Dollar in den Büchern. Ford betreibe seine Geschäfte viel effizienter und kostenbewusster.

Auch die Bundesregierung hat sich in die Verhandlungen eingeschaltet. Oberste Priorität der deutschen Seite sei es, die drei Opel-Standorte zu erhalten, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Mittwoch in Berlin nach einer Kabinettssitzung. Zudem müsse die Zentrale von Opel in Rüsselsheim bestehen belieben und keine Unterabteilung eines französischen Konzerns werden.

Die neue Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte bereits kritisiert, es sei „inakzeptabel“, dass die beiden Unternehmen vorab Betriebsrat, IG Metall sowie Landes- und Bundesregierung nicht von ihren Plänen informiert hätten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Personalabbau nach Peugeot-Übernahme? - Opel droht der große Aderlass

9 Kommentare zu "Personalabbau nach Peugeot-Übernahme?: Opel droht der große Aderlass"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Enrico Caruso: Ah so, ein amerikanisches Unternehmen, ja dann... Das ändert natürlich alles. Dann können nämlich die Amerikaner erst recht damit machen, was sie wollen und das ganze Gejaule hier ist noch überflüssiger und unglaubwürdiger.

    Und alle anderen: Politik schafft keine Arbeitsplätze und Politik verkauft auch keine Unternehmen. Politik setzt Rahmenbedingungen. Unternehmer schaffen Arbeitplätze und Unternehmenseigentümer verkaufen Unternehmen. Wenn das alles so furchtbar ist, wenden Sie sich doch bitte an die jeweiligen Unternehmer und Eigentümer, z. B. Voith u.a.

  • Das Geld fließt in die USA zurück für 10% Steuer, all die unrentablen Firmen bleiben in Europa am Ende natürlich beim Steuerzahler. Steuerfreie Rückzahlungen an die Aktionäre, Investitionen der zurücklaufenden Gelder in Fabriken, Profite für uns Aktionäre, Arbeit für den Mob, so geht Aufschwung bei Trump. Was geht in der EU ? Nix die besten Firmen werden nach Asien verkauft, null Arbeit, null Profit, was schreibe ich seit langen? Nix wie wech von den Räten. Ha Ha Ha

  • Sehr richtig Herr Hofmann,
    und die permanente Übernahme deutscher Industrieunternehmen ist erst der Anfang- Kuka an chinesen zu verkaufen war der eigentliche Sündenfall, nun Thyssen Krupp an die Inder bald geht es hier zu wie in Grossbritanien mit einer einstmals starken Automobilindustrie, die heute bestenfalls noch Fahzeugsegemente bedient.
    Dafür gibt es dort jedoch jede Menge Luftpumpen in der Finanzindustrie bei denen die Bankster vor nichts zurückschrecken und sog Mc Jobs mit geringer Qualifikation und Bezahlung.
    Oberlehrer Gabriel und Omi Merkel steuern mit ihrer Poiltik ganz deutlich in diese Richtung und das Geplärre einer Nahles die Opel Standorte in Deutschland halten zu wollen glaubt doch insofern keiner mehr, da Opel in Bochum nach 50 Jahren ohne Worte ebenfalls geschlossen wurde.
    Dafür wird Gabriel jetzt Aussenminister, Steinmeier als Ex linker sogar Bundespräsident, Flinten Uschi Verteidigungsministerin usw nur für die Arbeitssplätze in Deutschland wird nichts getan- und dafür sind doch sog. Volksvertreter auch zuständig oder nicht?
    Rüsselsheim, Eisenach, Lautern können sich auf jeden Fall schon mal mit einem "Sozialplan" befassen, bei Volkswagen , EADS Airbus und Lufthansa HH läuft schon ähnliches, das Volk und Koalition sollten bald umdenken bevor der Industriestandort Deutschland von rot rot grün endgültig ausverkauft wird. Die soziale Marktwirtschaft eines Adenauers sollte wiederbelebt werden- nur damit kann man zukunftsfähig werden.

  • <<Ist schon interessant, was man in einer WIRTSCHAFTSzeitung wie dem Handelsblatt für schwachsinnige Kommentare lesen muss.>>

    Ja genau. So einen wie z.B. Ihren Kommentar, Herr Knecht! Sie nennen Opel doch glatt ein "deutsches Unternehmen". Ich würde sagen, zur Zeit ist es ein amerikanisches. Und das ist genau das Problem: Die "Chancen der Globalisierung" schlagen jetzt voll durch, GM hat Opel nie verstanden. (Und Sie offenbar auch nicht.)

  • Was soll dieser Spekulations-Artikel?
    Wenn, wäre, hätte usw.
    Von einer Zeitung erwarte ich Fakten und keine Spekulationen! Das ist Panikmache!
    Und dann soll man auch noch abstimmen, ob die Entscheidung eines Konzerns gut oder schlecht ist. Als ob der Leser das beeinflussen könnte.

  • Guten Tag, Frau Ida Müller,

    Respekt vor Ihrem Weitblick, den Sie offenbar schon vor 88 Jahren (1929) hatten, als GM Opel schluckte. Tja, hätte, wäre, wenn....

  • Wundert mich nicht. Das habe ich schon gesagt als GM Opel schluckte.
    Wenn die Franzosen Opel schlucken, werden sie Opel weiter bluten lassen (womöglich noch auf Kosten dt. Steuerzahler).
    Ich könnte wetten: jetzt wird erst Eisenach, dann irgendwann Lautern fallen.

    Opel hätte direkt an VW gehen sollen. VW hatte es ja bereits seit 2000 versucht. Vielleicht sogar schon davor. Dann noch mal Ende 2009 und 2011. Letztlich wäre zumindest das Geld und Wissen in DE geblieben. VW hätte viel schneller Elektromotoren in den Autos gehabt usw.

    Ach so: Solange GM die korrekten Zahlen inkl. Produktionskosten, Gehälter von Opel nicht veröffentlicht, wird wohl kaum jemand glauben, dass Opel in so tief roten Zahlen steht.

  • Ist schon interessant, was man in einer WIRTSCHAFTSzeitung wie dem Handelsblatt für schwachsinnige Kommentare lesen muss. Da wird einerseits der Brexit bejubelt, andererseits vergisst man dabei die Folgen für Unternehmen wie z. B. Opel, denen eine Vauxhall am Bein klebt. Und dann regt man sich auf, wenn der alte Eigentümer den Verlustbringer endlich abschneiden will. Sehr wirtschaftliche Sichtweise!

    Es handelt sich hier um ein chronisch defizitäres Unternehmen, das vom Alteigentümer abgestoßen werden soll. Eine alltägliche Sache in der Wirtschaft. Doppelte Arbeitsplätze fallen weg, ist auch klar. Sowas sind dann die berühmten Synergieeffekte. Warum also die Aufregung? Unrentabele Unternehmen gehen entweder zugrunde oder werden gefressen. Oh weh, es geht um deutsche Arbeitsplätze? Dann fragen Sie doch einmal in den ganzen anderen EU-Ländern nach, von denen Deutschland ständig mehr Wettbewerbsfähigkeit fordert. Tja, nun trifft es halt mal ein deutsches Unternehmen. Pech gehabt!

  • Schon wieder haben alle Gewerkschaften und die SPD gepennt. Sie haben europäische Delegierten in allen Gremien und verschlafen alles.
    Hauptsache mein eigenes Einkommen stimmt. Pfui Teufel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%