Personalabbau
Opel gesundet, Mitarbeiter kränkeln

Ein Jahr nach Beginn des drastischen Sanierungsprogramms geht es bei Opel wieder aufwärts. Doch die Mitarbeiter haben vorerst wenig davon. 250 weitere Beschäftigte will Opel loswerden. Von den ausgeschiedenen Opelanern hat bislang kaum einer eine neue Arbeit gefunden.

HB RÜSSELSHEIM. Nach sechs Jahren in der Verlustzone hat die General-Motors-Tochter in diesem Jahr die Wende offenbar so gut wie geschafft. Der Autohersteller rechne bereits 2005 mit einem ausgeglichenen Ergebnis oder einem minimalen Gewinn, verlautete am Freitag aus Unternehmenskreisen. Der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz sagte, die Rentabilität sei „erheblich besser geworden“ ohne allerdings Zahlen zu nennen. „Die Stückzahlen, die Qualität und das Image zeigen nach oben.“

Der Erfolg bei Opel ist hart erkauft: Das im März beschlossene Sparpaket sieht bis 2007 den Abbau von rund 9000 Stellen vor. Die Mitarbeiterzahl ist seitdem bereits von 32 000 auf 26 000 gesunken. Und nun droht weiterer Kahlschlag. Wie ein Opel-Sprecher am Freitag bestätigte, will das Unternehmen Arbeitsbereiche wie die Wagenverladung an den Standorten Bochum und Rüsselsheim sowie die Bürokommunikation ausgliedern. Betroffen seien rund 250 Mitarbeiter.

Derzeit liefen Gespräche mit dem Betriebsrat, sagte Opel-Sprecher Ulrich Weber: „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine gemeinsame Lösung finden werden.“ Die genannten Aufgaben sollen offenbar von externen Dienstleistern übernommen werden. Betriebsrat Franz äußerte sich kritisch zu dem neuen Vorstoß: „Wir haben das abgelehnt.“ Management und Arbeitnehmervertretung steuerten an diesem Punkt auf einen Konflikt zu.

Bei der Wagenverladung werde eine Ausgliederung nach den vom Unternehmen vorgelegten Zahlen erst nach 8 Jahren rentabel, sagte er. Zudem biete eine Abteilung wie die Bürokommunikation, zu der unter anderem Poststelle oder Druckerei gehörten, auch Mitarbeitern mit nur noch eingeschränkter Leistungsfähigkeit eine Chance auf Beschäftigung.

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