Personalie
Tausende demonstrieren – Schaeffler steht Kopf

Die Beschäftigten von Schaeffler gehen auf die Straße, die frühere Finanzchefin kommt zurück an Bord – und nun geht auch noch der derzeitige Finanzchef Thomas Hetmann. Ganz abgesehen davon, dass Banken auch noch ein Krisenteam von Wirtschaftsprüfern ins Haus geschickt haben sollen. Schaeffler steht Kopf.

HB HERZOGENAURACH/MÜNCHEN. Der fränkische Wälzlagerhersteller Schaeffler trennt sich von seinem Finanzchef Thomas Hetmann. Es gebe „in der Bewertung der strategischen Zukunftskonzeption der Schaeffler-Gruppe unterschiedliche Auffassungen“, teilte das durch den milliardenschweren Einstieg bei Continental in Schieflage geratene Unternehmen am Mittwoch mit. Hetmann scheide in gegenseitigem Einvernehmen aus, sobald er seine Aufgaben auf einen Nachfolger übertragen habe. Zugleich werde die ehemalige Finanzchefin Mary Jo Gresens, die bis 2006 bei dem Herzogenauracher Unternehmen tätig war, Schaeffler in den kommenden Monaten beraten.

Das Familienunternehmen wies zugleich Spekulationen zurück, wonach die Banken, bei denen sich Schaeffler für die Conti-Übernahme hochverschuldet hat, den Rücktritt Hetmanns gefordert hatten. Die Personalentscheidung sei innerhalb der Gruppe getroffen worden, hieß es.

Am Mittag hatten zuvor mehrere tausend Beschäftigte bei Kundgebungen staatliche Überbrückungshilfe für den hoch verschuldeten Autozulieferer Schaeffler gefordert. Die größte Aktion fand am Sitz des Konzerns im bayerischen Herzogenaurach statt. Dort zogen rund 5000 Arbeiter und Angestellte vom Werkstor zum Marktplatz des Ortes. Viele Bürger der mittelfränkischen Industriestadt schlossen sich dem Protestzug an. Speditionen flankierten einen Teil der Zugstrecke mit Lastzügen.

Die Eigentümerin des fränkischen Zulieferers, Maria-Elisabeth Schaeffler, die die Demonstranten am Werkstor begrüßte, zeigte sich von der Aktion ihrer Mitarbeiter sichtlich gerührt. Mit Tränen in den Augen dankte sie den Beschäftigten für ihre Unterstützung. Auf Transparenten forderten die Demonstranten die Bundesregierung zu einer „Bürgschaft für die Zukunft“ auf. Protestaktionen gab es auch an den Schaeffler-Standorten Schweinfurt und Höchstadt/Aisch.

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