Personalintensive Stufen werden ins Ausland verlagert
Opel ist umsatzstärkstes US-Unternehmen in Deutschland

Die großen amerikanischen Unternehmen haben sich in Deutschland im vergangenen Jahr vergleichsweise stabil entwickelt. Das zeigt die Liste der 50 umsatzstärksten US-Firmen, die die amerikanische Handelskammer American Chamber of Commerce (AmCham) am Dienstag in Frankfurt veröffentlichte.

HB FRANKFURT/M. Das Ranking, das nur Firmen aus den klassischen Industriebereichen sowie dem Handel einbezieht, wird angeführt von der Adam Opel AG, die mit 14,3 Mrd. Euro ihren Umsatz in Deutschland 2004 um 1,8 Prozent steigern konnte. Die Tochter des US-Konzerns General Motors verdrängte damit die Ford-Werke auf den zweiten Platz. Deren Umsatz war im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro zurückgegangen. Platz drei belegt unverändert Exxon Mobil mit 12,7 Mrd. Euro Umsatz. Einen großen Sprung nach vorne machte Motorola. Vor allem dank des Wachstums im Bereich Mobiltelefone konnte das Unternehmen seinen Umsatz um fast 70 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro steigern und damit im Ranking vom 14. auf den 9. Platz vorrücken.

Nach den Schätzungen von AmCham stellen die rund 2 300 US-Unternehmen in Deutschland etwa 850 000 direkte Arbeitsplätze. McDonald’s ist dabei größte Arbeitgeber, der inklusive Franchise-Unternehmen 47 000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Auf Platz zwei folgt Adam Opel (30 952) vor den Ford-Werken (26 000) und IBM (26 000).

Wie eine Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) in Zusammenarbeit mit AmCham zeigt, investieren amerikanische Unternehmen hier zu Lande vor allem in den Ausbau von Vertrieb, Marketing sowie Forschung und Entwicklung. Der Aufwand für den Auf- und Ausbau von Produktions- und Verwaltungsstätten in Deutschland sinkt dagegen. Viele Unternehmen planen eine Verlagerung der personalintensiven Wertschöpfungsstufen beispielsweise nach Osteuropa, zeigt die BCG-Befragung bei großen US-Tochtergesellschaften. Beispiel General Motors: Die Muttergesellschaft von Adam Opel hat mittlerweile einen Teil der Zafira-Produktion von Bochum ins polnische Gleiwitz verlagert, wo die Lohnkosten nur etwa 15 Prozent des Bochumer Niveaus betragen sollen.

„Der hochqualifizierte Ingenieur in Deutschland kann sich behaupten. Der Facharbeiter ist zu teuer“, bestätigte Motorola-Deutschland-Chef Norbert Quinkert, zugleich Executive Vice President der amerikanischen Handelskammer, diese Entwicklung für sein Unternehmen. Während die High-Tech-UMTS-Handys des Unternehmens seit 2002 in Flensburg gefertigt werden, hat Motorola die Produktion der Billig-Handys nach China verlagert.

Dennoch bleibt Deutschland als Investitionsstandort für die amerikanischen Unternehmen interessant, meint AmCham-Präsident Fred Irwin. Wie die BCG-Umfrage unter den großen US-Tochtergesellschaften in Deutschland zeigt, konzentrieren viele mehr als 40 Prozent ihres europäischen Investitionsbudgets auf Deutschland. So will der amerikanische Chiphersteller AMD in dieser Woche in Dresden seine zweite Chipfabrik eröffnen. Und General Electric hat im Norden von München eines seiner weltweit drei Forschungszentren gebaut. Das kumulierte Volumen der Investitionen von US-Unternehmen in Deutschland beträgt laut AmCham aktuell 120 Mrd. Euro.

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