Peter Hintze
Union will mehr deutschen Einfluss bei EADS

Unionspolitiker unterstützen den Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt Peter Hintze. Er will Einfluss auf den Luftfahrtkonzern EADS zugunsten deutscher Arbeitsplätze und Standorte nehmen.
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Berlin„Wir dürfen uns von den Franzosen nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Michael Fuchs, dem Handelsblatt. Es wäre „nicht witzig, wenn Deutschland Standorte abgebaut werden“. Christian von Stetten, Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der größten Einzelgruppierung innerhalb der Unionsfraktion, sagte: „Die Verteilung zwischen Deutschland und Frankreich muss ausgewogen sein.“

In weiten Teilen liefere der deutsche Mittelstand wesentliche Komponenten, auf denen am Ende EADS stehe. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Georg Nüßlein geht noch weiter. „Es ist geboten, die Daimleranteile in staatliche Obhut zu überführen, um politischen Einfluss auf die Standorte zu nehmen“, forderte er.

Der Bund hat bereits angekündigt, über die staatseigene Bankengruppe KfW 7,5 Prozent der Anteile der Daimler AG erwerben zu wollen. Die Verhandlungen laufen, sind aber „höchst kompliziert“, wie es in Regierungskreisen hieß. Dabei gehe es um Anteilsverhältnisse, Schwellenwerte und Vorkaufsrechte. Der Einstieg aber gilt im Grundsatz als ausgemacht, entsprechend soll auch der deutsche Einfluss gesichert werden.

Peter Hintze selbst verteidigte seinen Brief, den er an den designierten EADS-Chef Thomas Enders geschickt hatte. Darin hatte er gefordert, dass Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bei der EADS-Tochter Airbus an deutsche Standorte verlagert werden und im Management künftig wieder verstärkt Deutsche berücksichtigt werden. „Die deutsche Politik im allgemeinen und ich als Koordinator im Speziellen haben sich immer für den Erfolg von Airbus auf dem Weltmarkt eingesetzt“, sagte er dem Handelsblatt. „Ich sehe in der deutsch-französischen Balance eine Chance für Airbus und engagiere mich dafür, dass Deutschland einen fairen Anteil behält.“ Schließlich gehe es beim Flugzeugbau um wichtige Zukunftsfelder wie den Leichtbau oder neue Antriebstechniken – wichtige Fragen in der Automobilindustrie.

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  • Wie die Kompetenzen schleichend entzogen werden geht recht subtil: 1. Über Verlangerung an französische Zuliferer und über unnötige Umzüge. Über Eurocpoter schreibt ein Insider:

    Wie die schleichende und organisierte Verlagerung von Kompetenzen bei Eurocopter funktioniert, schreibt ein Insider:

    Neue, große Entwicklungsprojekte, etwa in der Avionik, gebe es nicht in Donauwörth, bedauert ein Ingenieur. „Eurocopter Deutschland kauft zentrale Dienstleistungen trotz eigener Entwicklungen bei französischen Zulieferern wie Thales“, urteilt ein Software-Spezialist, der das Unternehmen kürzlich desillusioniert verlassen hat. Bei den Lieferanten ist die Lage ähnlich. Unter den 20 Top-Zulieferern von Eurocopter sind laut Branchenkreisen 17 Franzosen – aber nur drei Deutsche.

    Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/hubschraubersparte-der-eads-ueber-landesgrenzen-hinweg/6192744-3.html

  • EADS prüft ob man die Deutschen überhaupt braucht, wenn nicht wird Deutschland rausgeschmiessen.

    Die Franzosen werden von der Deutschen Luftfahrtindustrie nicht viel übrig lassen. Daimler kann seinen 15% Anteil schon mal vollständig abschreiben.

  • Das ist ein Stück aus dem Irrenhaus. Jetzt soll ein Deutscher Chef dieses Unternehmens der Schlüsselindustrie Luft- und Raumfahrt werden und das erste, was dieser Kerl macht, noch bevor er seinen Dienst angetreten hat: er kündigt an, den Standort Deutschland noch einmal entscheidend zu schwächen!

    Als wäre das Gleichgewicht, das für dieses staatlich massiv geförderte Unternehmen seit seinen Anfängen vereinbart ist und nicht zur Diskussion steht, nicht ohnehin schon längst zu Gunsten des französischen Partners stark beeinträchtigt.

    Es ist fünf vor Zwölf und da steht immerhin der wackere Hintze und blockt das erstmal ab. Ein Jammer, daß der alte Franz-Josef Strauß nicht mehr lebt. Der hätte sich diesen Tommy Enders höchstpersönlich gekauft und es wäre nicht viel von ihm übriggeblieben!

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