Peter Löscher
Pharma-Manager beerbt Kleinfeld

Das bange Warten hat ein Ende. Siemens ist nicht mehr führungslos. Peter Löscher, derzeit Manager beim US-Pharmariesen Merck & Co., wird neuer Chef des Münchener Technologiekonzerns und Nachfolger von Klaus Kleinfeld. Die Stabübergabe findet früher statt als ursprünglich geplant.

HB MÜNCHEN. Die Personalie teilte Siemens am Sonntag mit. Zum 1. Juli soll er Kleinfeld ablösen, der wegen des Widerstands im Aufsichtsrat um seine Vertragsverlängerung seinen Rückzug spätestens im Herbst angekündigt hatte. Der Österreicher Löscher arbeitet derzeit beim US-Pharmakonzern Merck & Co als President Global Human Health.

Der Siemens-Aufsichtsrat war am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Im Vorfeld hatte es bereits in Branchenkreisen geheißen, Aufsichtsratschef Gerhard Cromme könne einen Nachfolger für Kleinfeld präsentieren. Der Vertrag von Kleinfeld als Siemens-Chef läuft noch bis zum 30. September. Er hatte aber bereits angekündigt, gehen zu wollen, sobald ein Nachfolger gefunden sei.

Der 49-jährige Österreicher Löscher hat Stationen bei der Unternehmensberatung Kienbaum, der Hoechst AG und dessen Nachfolgeunternehmen Aventis hinter sich. Vor seinem Wechsel zu Merck & Co. im Jahr 2006 war er Mitglied des Zentralvorstands des amerikanischen Siemens-Konkurrenten General Electric.

Aufsichtsratschef Cromme sagte, Löscher kenne Siemens seit vielen Jahren von außen. Er könne das große Unternehmen, das im Ausland als Synonym für deutsche Technologie stehe, wieder dahin rücke, wo es hingehöre. Löscher selbst sagte unmittelbar nach seiner Ernennung in München: „Ich reihe mich in die Reihe der 475 000 stolzen Siemensianer ein.“ Er bezeichnete seine Berufung als „Ehre“.

Der stellvertretende Aufsichtsratschef und Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber erklärte, die Arbeitnehmer hätten in den vergangenen zwei Tagen ausführlich mit Löscher gesprochen. Er sei in der Lage, Siemens aus de Führungskrise und in ruhiges Fahrwasser zurückzuführen. Löscher habe zugesagt, keine Kahlschlagpolitik zu betreiben sowie die Arbeitsplätze in Deutschland und anderswo in den Mittelpunkt seiner Bemühungen zu stellen.

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