Petronas investiert verstärkt in die Förderung im Ausland
Südostasiens Ölindustrie steht am Wendepunkt

Die Energiewirtschaft in Südostasien wird sich angesichts des wachsenden Bedarfs in der gesamten Region neu positionieren. Davon gehen Bankanalysten und Branchenexperten aus. „Südostasiens Energiesektor steht am Wendepunkt“, sagt Andrew Symon von Singapurs Denkfabrik Institute of Southeast Asian Studies (ISEAS).

NEU DELHI/DÜSSELDORF. Vor dem Hintergrund der immens hohen Nachfrage in China und anderen Wachstumsländern müssten die führenden Ölkonzerne der Region produktiver und internationaler werden. Das Forschungsinstitut Asia Pacific Energy Research Centre in Tokio schätzt den Investitionsbedarf Südostasiens im Energiesektor in den Jahren 2000 bis 2020 auf 374 Mrd. bis 485 Mrd. Dollar. Dabei geht es unter anderem um neue, internationale Förder- und Pipelineprojekte, für die derzeit Pläne erstellt werden.

Als Vorreiter der Internationalisierung gilt Malaysias Erdöl- und Gaskonzern Petronas – bekannt als Bauherr der Zwillingstürme in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur und Sponsor des Formel-1- Zirkus. Petronas ist der größte Konzern in Südostasien, spielt aber in der Liga der globalen Ölindustrie nur im Mittelfeld. Allerdings hat sich Petronas mit Investitionen in 35 Ländern in der Top-Rangliste der transnationalen Konzerne aus Entwicklungs- und Schwellenländern auf Platz sechs vorgearbeitet. Der Konzern gilt als hochprofitabel – der Jahresgewinn lag zuletzt bei 6,2 Mrd. Dollar.

Die Handels- und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen Unctad schätzt Petronas’ ausländischen Kapitalstock auf 7,9 Mrd. Dollar oder 21 Prozent des Anlagevermögens. Der Konzern hat die Ölförderung im Ausland vor allem in Ländern Zentralasiens oder Afrikas ausgebaut. Analyst Pradeep Mohinani von JP Morgan Chase sieht darin auch ein „potenzielles politisches Investitionsrisiko“.

Auch das rohstoffarme Thailand sucht nach einer neuen Rolle in Südostasiens künftiger Energielandschaft und drängt auf Kooperationen mit Ausländern. Premier Thaksin Shinawatra lockt Investoren aus Japan, China, Südkorea und dem Mittleren Osten für die geplante Ölpipeline im Süden des Landes. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts wird von manchen Experten angezweifelt. Aber Japaner und Chinesen bekunden Interesse.

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