Petroplus-Probleme
US-Investor an Raffinerie interessiert

Der Rohölverarbeiter Petroplus steckt in Zahlungsschwierigkeiten - doch nun scheint sich zumindest für die französische Raffinerie in Petit-Couronne eine Lösung abzuzeichnen: Der US-Investor Klesch prüft eine Übernahme.
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Petit-CouronneFür die französische Tochter des angeschlagenen Schweizer Rohölverarbeiters Petroplus zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab: Die Schweizer Rohstoffgruppe des US-Investors Gary Klesch hat Interesse an einer Übernahme der Petroplus-Raffinerie im nordfranzösischen Petit-Couronne bekundet. „Wir schauen uns Petit-Couronne an, wo es eine Reihe von Problemen gibt. Wir werden sehen, was sich ergibt,“ sagte Klesch am Freitag zur Nachrichtenagentur Reuters. Nach der Ankündigung schossen die Petroplus-Aktien um gut 50 Prozent in die Höhe.

Die in Genf und London ansässige Firma hatte vor rund zwei Jahren bereits eine Raffinerie vom britisch-niederländischen Ölkonzern Shell im holsteinischen Heide übernommen. Petroplus hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet. Inzwischen laufen Rettungsversuche für Teile des einst größten konzernunabhängigen Raffineriebetreibers in Europa. Der Konzern, der mit Übernahmen stark gewachsen war und seit Jahren rote Zahlen schrieb, besitzt fünf Raffinerien in der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Belgien und Frankreich.

Nach Weihnachten blockierten die Banken dem Konzern die Kreditlinien. Petroplus fehlte damit das Geld, Rohölnachschub für seine Werke zu finanzieren. Der französische Energieminister Eric Besson hat unterdessen Zweifel über den korrekten Ablauf der Insolvenz geäußert. Bereits am Mittwoch kündigte die Staatsanwaltschaft im französischen Nanterre eine Untersuchung an, ob Petroplus vor der Einreichung des Insolvenzantrages illegal Geld von der französischen Tochter abgezogen hat. Petroplus weist Vorwürfe eines betrügerischen Konkurses zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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